SEOs, SERPs und Sensationen – der große SEO Jahresrückblick 2011

Das Jahr 2011 begann mit einem sozialen Weltrekord: Innerhalb der ersten vier Sekunden am 01.01.2011 wurden beeindruckende 6939 Neujahresgrüße über Twitter verschickt und läuteten das Jahr 2011 gebührend ein. Auch im weiteren Verlauf sollte 2011 im Zeichen von Social Media stehen. Doch nicht alle können auf den sozialen Zug aufspringen und legten teilweise sensationelle Bruchlandungen hin. Social Media macht sich mittlerweile auch für SEO bemerkbar und führt eine Art sozialen Rankingfaktor ein.

Zu den Gewinnern des Jahres zählen in erster Linie diejenigen, die bei so viel Sozialität den Überblick behielten und den Social Hype für sich nutzen konnten. Nicht verwunderlich gibt es vor Facebook auch in diesem Jahr wieder kein Entkommen. Allerdings nahm auch Google+ Fahrt auf, bei dem Versuch Facebooks Erfolg einzuholen – der Kampf der Giganten begann.
Nicht zuletzt gehen auch alle diejenigen als Gewinner dieses Jahres hervor, die die Gunst der Social Communities für sich gewonnen haben, um ihre Rankings zu pushen.

Der Anfang des Jahres verlief ruhig. Facebook startete seinen Groupon Konkurrenten Deals auch in Deutschland, der schon nach einer nur viermonatigen Testphase wieder abgesetzt wurde. Währenddessen versank Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zunächst in seiner brisanten Plagiatsaffäre und zuguterletzt nach einer bewegenden Rede im Erdboden. Dabei entfachte er die erste politische Social-Schlacht zwischen zweier Fangruppen auf Facebook, die sich mit verhärteten Fronten einen bemerkenswerten Kampf um die größte und treuste Fangemeinde-Theos lieferten. Die Ära der sozialen Demonstrationen und einer völlig neuen Möglichkeit sich politisch(-virtuell) zu engagieren hatte begonnen. Die Pro- und Contra-Whatever-Gruppen sprießen aus dem Boden und liefern sich über die sozialen Netzwerke erbitterte Wortgefechte, die sogar die Aufmerksamkeit der renommierten Medien erhaschen können. Weitere Auswirkungen blieben aus, man braucht nun einmal mehr als einen Klick und einen Kommentar um sich ernsthaft zu engagieren.

Das Farmer Update

Ende März 2011 wurde die SEO-Gemeinde aus dem Winterschlaf gerissen und alle blickten gespannt auf die englischsprachigen Websites. Hier hatte Google ein tiefreichendes Update des Algorithmus durchgeführt, wovon 11,8 % der via Google abgefragten SERPs betroffen waren. Das Farmer Update forderte viele Opfer verschiedenster Websites, weshalb sich die Experten sofort daran machten, die Vorgehensweise des erbarmungslosen Farmers nachzuvollziehen.
Das Farmer Update traf vorrangig Seiten mit qualitativ minderwertigem oder auch offensichtlich “überoptimierten” Content, Duplicate Content und schlechter Usability. Viele Kollegen vermuteten, dass sich hinter diesem Update mehr verbirgt, als eine Veränderung des Algorithmus. Man munkelte, dass auch manuell gesammelte Kriterien Einfluss auf die Neugestaltung nehmen könnten und alle warteten gespannt auf das Eintreffen des Farmers in Deutschland.

Zukunftsfaktoren: Social Media, Bounce Rate und Page Speed

Was wir aus dem Jahr 2011 lernen: Shares und Likes fließen als Rankingkriterium in die Suchergebnisse mit ein und der Schnellste hat die Nase vorn. Suchmaschinen bewerten demnach auch die soziale Vernetzung einer Webseite, was gute Rankings ohne Social Media Links zukünftig erschwert. Erfahrungswerte zeigen dabei eine Abstufung zwischen Facebook Likes und den wertvolleren Shares. Zwar wurde immer bemängelt, dass diese nofollow-Links keinerlei Einfluss auf die Rankings haben, diese Annahme ist dennoch nur bedingt richtig. Eine ausgewogene Kombination von Dofollow- und Nofollow-Links machen eine natürliche Linkstruktur aus, weshalb sich diese Links auch trotz rel=“nofollow“ mehr positiv, als negativ auf das Ranking auswirken. Folgende Grafik veranschaulicht außerdem, wie sich die Rankingkriterien generell zukünftig ändern könnten.

Erstaunlich einig sind sich die befragten SEOs, vorrangig auch bei den Themen Social Media und Usage Data. Vor allem der Ladegeschwindigkeit wird eine besondere Gewichtung unter den Rankingkriterien zugeschrieben. Nichts nervt Besucher und Google mehr, als eine lahme Seite, was mit der Absprungrate Hand in Hand geht. Niedrige Ladegeschwindigkeiten wirken sich doppelt negativ auf das Ranking aus.
Ob die eigene Seite flott genug ist und wie man eventuelle Handbremsen löst, kann z.B. mit Hilfe von Google Pagespeed ermittelt werden. Mehr erfährt man auch in diesem interessanten Artikel von Julian zu Page-Speed.

Bing betritt die Bühne

Microsofts Suchmaschine hatte sich lange dezent im Hintergrund gehalten. Vielleicht, um an seinem eigenen Algorithmen zu basteln und diesen gemäß der zukünftig erwarteten Trends zu justieren? Im Mai 2011 betritt Bing wieder die Bildfläche mit seiner personalisierten Suche featuring Facebook. Die Suchergebnisse sollen dadurch künftig noch enger mit dem sozialen Netzwerk verknüpft sein und Seiten, die den Facebook-Freunden gefallen prominenter listen. Da sich die Ergebnisse so (vermeintlich) näher am sozialen Leben der Nutzer orientieren, können die SERPs relevanter hierarchisiert werden. Bis dato gab es noch nichts Vergleichbares bei der härtesten Konkurrenz aus dem Silicon Valley, die zudem nur begrenzten Zugriff auf Facebook-Daten hat.

Der Fokus liegt bei der personalisierten Suche für Bing auf drei Hauptaspekten:

  • Trusted Friends: Seiten, die bereits von FB-Freunden per „Like“ oder „Share“ empfohlen wurden, werden als solche in den SERPs kenntlich gemacht und mit bis zu drei Profilfotos derjenigen ergänzt.
  • Collectiv IQ: Häufig geteilte und empfohlene Seiten werden in den SERPs prominenter gelistet. Es wird davon ausgegangen, dass eine Seite umso relevanter ist, desto mehr Personen diese für gut befunden haben. Stellt sich die Frage, ob dem wirklich so ist. Teilen Nutzer Seiten wirklich nur dann, wenn sie eine explizite Empfehlung aussprechen wollen? Man denke nur einmal an Folgendes: „Drücke auf „Gefällt mir“/ Teile diese Seite mit deinen Freunden und nimm am Gewinnspiel teil“ und schon ist die Empfehlung keine mehr. Suchergebnisse würden durch diese Art „Likes“ vollkommen verfälscht.
  • Enabling Conversation: Die SERPs können nun über Facebook diskutiert werden und man erfährt, ob Facebook-Freunde in der Stadt wohnen, in der man demnächst Urlaub machen möchte. Soweit so gut, aber interessiert das wirklich? Betrachte ich mein eigenes Nutzungsverhalten von Suchmaschinen, dann gebe ich einen Begriff ein, finde eine passende Ergebnisseite und das war’s schon. Ob ich meine Reisepläne öffentlich diskutieren oder Shoppinglisten im Internet preisgeben möchte bleibt spekulativ.

Suchmaschinen Marktanteile Deutschland 12/2012

Durch Emporia, so nennt sich die personalisierte Suche in Kooperation mit Facebook, hatte sich Bing einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Google erhofft. Konkurrieren kann Bing damit allerdings noch nicht ernsthaft, betrachtet man die aktuellen Verteilungen der Marktanteile auf webhits.de. Den zweiten Platz kann die Suchmaschine von Microsoft allerdings für sich behaupten.

Google – das Schlusslicht…

…aber nur für den ersten Teil des Jahresrückblicks, sozusagen dem Halbjahresrückblick 2011. Denn tatsächlich befindet sich Google 2011 auf einem sagenhaften Erfolgskurs und konnte im vergangenen Monat sensationelle 1 Milliarde Nutzer auf seinen Seiten zählen. Allerdings darf man sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, denn Facebook sitzt dem kalifornischen Internetriesen mit 600 Millionen Besuchern im Nacken.
Wie sich der Kampf der Giganten zur Halbzeit 2011 gestaltet zeigt uns zum Abschluss eine tolle Infographik von allfacebook.com



Mehr dazu gibt es in Runde II des Jahresrückblicks.

Über Marcus Schoeberichts

Marcus ist Inhaber der Agentur schoebs & friends und bloggt hier im Journal über diverse Themen im Bereich Online Marketing. Marcus bei Google+
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2 Antworten auf SEOs, SERPs und Sensationen – der große SEO Jahresrückblick 2011

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