High Quality Web Sites – Der neue Google Ranking Faktor

Mit dem Panda Update hatte Google in den letzten Wochen mal wieder für einiges an Gesprächsstoff gesorgt und viele SEO Agenturen dazu bewegt, ihre Gedanken zu dem Thema zu veröffentlichen. Den (schon ein paar Tage alten und irgendwie durchgerutschten) Panda Artikel der SEO Agency SEOgadget aus London fand ich dabei besonders gelungen und möchte euch diesen deshalb nicht vorenthalten:

Schon seit jeher beschäftigen sich Suchmaschinenoptimierer intensiv mit den höchst komplexen Rankingfaktoren, die für die organischen Rankings entscheidend sind. Doch seit dem Google Panda Update und den geschätzten duzend weiteren Änderungen des Algorithmus hat sich die SEO Welt nun vielleicht für immer verändert.

Ein Update, das man nicht so leicht durchschaut

Als das Panda Update durchgeführt wurde, trat es erwartungsgemäß die übliche Welle an Analysen und Mutmaßungen los – doch auch Wochen nach dem Update konnten einige SEO’s immer noch nicht sagen, was sich genau geändert hat und welche Strategie nun bei abgestürzten Seiten helfen könnte. Dieser Kampf dauerte einige Zeit an.

Meiner Meinung nach, handelt es sich bei Panda aber um keine spezifizierbare „Neuerung“ – es ist viel mehr eine Mischung aus neuen und interessanten Faktoren, die erst durch den neuen Caffeine Crawl und die Index Infrastruktur möglich wurden. Glücklicherweise hilft Google den betroffenen Webmastern weiterhin und veröffentlichte in seinem Webmaster Central Blog einen Beitrag zu diesem Thema.

Am Freitag publizierte Google den Beitrag More guidance on building high quality sites, in dem es zugab, dass sich das/(die) letzten Update(s) auf eine Auswahl mehrer Faktoren bezogen haben, die sich auf die Erfahrungen der Anwender beziehen, und dass Webmaster diese Faktoren beim Verbessern, Wiederherstellen oder Festigen ihrer Rankings beherzigen sollten.

Keine Einzelheiten über den Ranking Algorithmus preiszugeben, rechtfertigt Google folgendermaßen:

Wir wollen nicht, dass Leute unsere Suchergebnisse austricksen“.

In diesem Beitrag bietet der Informationsgewinnungsspezialist Amit Singhal den Webmastern eine Lösung an: „Wenn Sie sich in die Google Denkart hineinversetzen wollen, geben die folgenden Fragen Aufschluss darüber, wie wir dieses Thema betrachten.“  Weitere seiner Publikationen finden Sie hier.

Werfen wir also einen Blick auf die Liste, um ein paar Vermutungen aufzustellen. Wie würde ein SEO Amit’s Kommentare zu diesem Beitrag übersetzen?

Frage: Würden Sie den Informationen dieses Artikels vertrauen?

SEO Übersetzung: „Trust“ könnte durch die Links erzeugt werden, die auf den Artikel verweisen. Je verlässlicher der Link, desto vertrauenswürdiger der Artikel. Natürlich kann der Artikel selbst auch Einfluss auf seine Vertrauenswürdigkeit nehmen, je nachdem wie sorgfältig er Quellen seiner Links bezüglich Zuverlässigkeit ausgewählt hat. Verlinkungen zu Seiten von niedriger Qualität, abgestraften Webseiten oder schlicht weg zwielichtigen Bereichen des Internets sind eher weniger Vertrauen erweckend. Wenn Links alleine die Antwort auf diese Frage sind, dann ist daran rein gar nichts neu. Wir versuchen also weiterhin mit einfallsreichem, großartigen Inhalten natürliche Links für unsere Websites zu gewinnen.

Falls signifikant große Mengen solcher Links gerade nicht verfügbar sind, kann auf kurze Sicht die Analyse der Aktivitäten auf sozialen Netzwerken bezüglich des Artikels auf eine Lösung darstellen. Gab es etwa auf Twitter eine größere Diskussion über die URL? Wie viele User teilten die URL über Facebook? Wie maßgeblich relevant waren die User, die diesen Artikel geteilt haben? „Ist dies die Art von Website, die man bookmarken, mit seinen Freunden teilen oder weiterempfehlen würde?“ Eine Frage, die an dieser Stelle äußerst relevant erscheint.

Eine Weitere, die ich als sehr interessant empfand, lautet wie folgt: „Würden Sie den Informationen dieser Webseite bei gesundheitsbedingten Fragen vertrauen?“ Ratschläge einer Gesundheitswebsite von sehr niedriger Qualität könnten dabei lebensbedrohlich sein.

Weiterführende Links: Domain Trust und Site Authority wird in Rand’s „Whiteboard Friday – Domain Trust and Authoriy“ gut erklärt. Matt Cutts äußerte sich in seinem PageRank Sculpting Beitrag im Juni 2009: „Genau wie Google Seiten weniger vertraut, die auf Spamseiten oder Bad Neighborhood verlinken, honorieren Teile des Systems auch Links zu guten Seiten.“ SEOotimise befürwortet das Verlinken zu Quality Sites über Deep Links in einem Artikel im März 2011: „How to link out for SEO benefit“. Abschließend sollten auch die angeführten Argumente im Beitrag „Facebook + Twitter’s Influence on Google’s Search Rankings“ berücksichtigt werden, SEOmoz, April 2011.

Frage: Wurde der Artikel von einem fachkundigen Experten verfasst oder ist er eher oberflächlich?

SEO Übersetzung: „Shallow Content“, zu Deutsch „seichter Inhalt“ schneidet das Thema zwar an, führt aber Kernaussagen diesbezüglich nicht aus. Diese Art Inhalte können kurz oder oberflächlich sein oder gar daran scheitern sich auf keine Experten und verlässliche Quellen im Internet zu beziehen.

Google fragt des Weiteren auch: „Sind die Artikel kurz, dürftig oder etwa lückenhaft mit hilfreichen Einzelheiten bestückt?“  Hier findet sich ein Beispiel genau diesen Szenarios – die traurige Ironie dabei ist, dass dieser Artikel soviel Aufmerksamkeit als Beispiel für außerordentlich schlechten Inhalte erhält, dass er mittlerweile für „how to install Photoshop“ gute Ergebnisrankings erzielt.

Nicht zu vergessen bleibt, dass es sich bei den Leuten hinter dem Update um Informationsgewinnungsspezialisten handelt. Meiner Meinung nach gibt es keinerlei Zweifel mehr daran, dass es Google geschafft hat, innerhalb seiner Suchergebnisse ein Verständnis für grundlegende Qualitätsmerkmale auszubilden, das wiederum den Suchmaschinennutzern zu Gute kommt.

Es geht nicht nur darum Seiten ohne einzigartigen oder oberflächlichen Inhalt aufzuspüren – es geht darum mit Hilfe der Algorithmen festzustellen, wie tiefgründig sich ein Artikel mit der Materie befasst. Abgesehen davon, ob der Algorithmus dabei wirklich erfolgreich ist oder nicht, müssen wir staunen und bewundern, wie sensibel und technisch meisterhaft Suchmaschinen bereits gewünschte Ergebnisse erzielen. „Bietet dieser Artikel eine komplette oder zusammenfassende Beschreibung der Thematik?“ und „Beinhaltet der Artikel scharfsinnige Analysen und interessante Informationen, die sich nicht nur auf Offensichtliches stützen?“, sind Fragen, die im Beitrag aufgelistet werden, die an dieser Stelle relevant erscheinen.

Die Frage: „Wurde der Artikel von einem Experten verfasst?“ ist dabei sehr interessant. Man kann zwar in Google Groups, Scholar und Google News nach Autoren suchen, aber kann der Autor einen (Meta-)Faktor in der Google Caffeine Infrastruktur darstellen? Kann der Name des Autors mit bestimmten sozialen Netzwerken verknüpft werden, in denen regelmäßig über diese Themen diskutiert wird?

„Ist der Content ein Massenprodukt von oder ausgelagert an eine große Anzahl von Textern oder wurde er auf ein großes Netzwerk bestehend aus vielen Seiten verteilt, so dass jede einzelne Seite nicht genügend Aufmerksamkeit und Sorgfalt erhalten kann?“  könnte damit zusammenhängen – der Beitrag schreibt den Autoren der Artikel übrigens nicht notwendigerweise einen gebietsspezifischen Expertenstatus zu. Es ist eher unwahrscheinlich, dass große Mengen von Content, die wenig „Aufmerksamkeit und Sorgfalt“ erfahren, überhaupt verlässliche Links gewinnen. Eher werden sie schnell redundant.

Weiterführende Links: Dave Harry hat viel Interessantes zu den Themen Semantic Search  / Topic Modelling nachgeforscht und geschrieben, was den Leser sofort in ein faszinierendes Thema eintauchen lässt. Ebenfalls Empfehlenswert: SEO by the Sea, Understanding Semantic Search and SEO , Google Rankings and LDA und Virante’s LDA Content Optimiser.

Frage: Befinden sich auf der Seite doppelte, sich überschneidende oder redundante Artikel zu gleichen oder ähnlichen Themen, mit kaum unterschiedlichen Keyword Varianten?

SEO Übersetzung: Artikelseiten mit Spun Content? – Hier ist Achtung geboten! Man muss also Ausschau halten nach übermäßigen internen Dublikaten und diesen sofort mit einer entsprechenden SEO Strategie entgegenwirken.

Mit “überschneidend” könnten alle diejenigen Artikel gemeint sein, die keine wirkliche Idee entwickeln (sondern im Grunde ein und dasselbe immer zu wiederholen).

Beispiele sind folgende, originale Spun Artikel, welche alle derselben Website entnommen wurden:

 

“Learn Primary Spanish Quickly With These four Steps”

“Teaching Tools for Learning Conversational Spanish”

“Learn Spanish – The Quick and Enjoyable Manner – It’s Easy With These four Ideas”

“Learning Spanish? Here’s The right way to Make It Easier and More Enjoyable!”


Der springende Punkt ist, dass man qualitativminderwertige Spun-Artikel sofort erkennt. Diese Artikel geben offensichtlich keinen Mehrwert wieder und schreiben aus Sicht fiktiver User. In den Suchmaschinen befindet sich für gewöhnlich eine Vielzahl indexierter Versionen desselben Artikels, die jedoch niemals perfekt abgeändert wurden. So sollte es für Suchmaschinen ein Leichtes sein, die Spuren eines Spun-Artikels zu finden. Zum Beispiel anhand von gleichen Sätzen, die sich in verschiedenen Dokumenten auf zahlreichen Domains wiederholen. Leicht zu enttarnen ( wie man denken mag ) und ebenso leicht abzustrafen. „400% unique“ ist eben nicht unbedingt immer einzigartig.

„Redundant“ könnte auf eine große Anzahl von Artikeln ansprechen, die sich tief in der Struktur einer Seite versteckt und deshalb noch keinerlei externe Links erwerben konnte. Niemand möchte auf völligen Schwachsinn verlinken und da der Artikel ohnehin in den Tiefen der Seitenstruktur verwoben ist, wird ihn auch niemand jemals finden. Wenn eine Website ein großes Aufkommen genau dieser Art von Content aufweist, nämlich eine weitaus höhere Anzahl von alten Seiten ohne Links im Vergleich zu verlinkten Seiten, läuft sie definitiv Gefahr von Panda erfasst zu werden, wenn sie nicht schon wegen anderen Gründen abgestraft wurde.

Weiterführende Links: Eine Einführung dazu, um was es sich bei dem Thema Content Spinning genauer handelt, gibt Rishi’s article Für eine gute Übersicht über alle Arten von Duplicate Content und Strategien, wie sich interne Seiten einzigartiger gestalten lassen, sorgt Dr Pete’s Fat Pandas and thin Content. Des Weitern empfehlenswert: „Googlers to Webmasters: Remove your thin Content“. Alle Ratschläge zum May Day Update noch einmal zum Nachlesen, um den Leitsatz aufzustellen, dass eine Seite, die über organische Suche keinen Traffic generiert, möglicherweise entfernt werden sollte.

Frage: Würden Sie dieser Seite ihre Kreditkarte ohne Bedenken anvertrauen?

SEO Übersetzung: Ist diese Seite sicher und wurde von einem angesehenen Kreditkarten-Transaktions Provider verifiziert? Ist die Seite PCI konform?

Angenommen dieser Faktor könnte ( wenn überhaupt ) irgendwie festgestellt werden, würde das einen extremen Sinneswandel aller SEOs bedeuten. Die Angabe einer Website, dass sie diesen Sicherheitsstandards entsprechen, könnte auch nur ein Backlink zur Website des Verifikations- Unternehmen wie Verisign, Truste oder lediglich ein Backlink zu den Seiten der Händler sein. Seiten wie diese zeigen die Logos aller ihrer Sicherheitsakkreditierungen, die auf die entsprechenden Seiten verweisen. Es erinnert etwas an eine Google Adwords Zertifizierungs- Agentur – dabei erhält man von einer Google Seite eine Auszeichnung, dass es sich um eine autorisierte Fachseite handelt. Gibt es überhaupt echte Signale für eine Qualitätsgarantie im Internet, die irgendwo vermerkt sind?

Weiterführende Links: Es gibt keine direkten Quellen, die sich tatsächlich mit SEO und Privatseiten-Images befassen, dabei ist der Ruf und die Glaubhaftigkeit einer Seite unsäglich wichtig für die Kommunikation. „Retailer Reputation: Showing Off Your Street Cred“. Vertrauen ist ein Kernelement in Sachen Konversion und diese Meinung scheint auch Google hinsichtlich der Qualitätsfrage zu vertreten.

Frage: Beinhaltetet dieser Artikel sprachliche, stilistische oder faktische Fehler?

SEO Übersetzung: Schlechte Grammatik, Rechtschreibfehler oder Formatfehler machen sich einfach nicht gut und sind für Suchmaschinen äußerst einfach zu finden. Hin und wieder schleichen sich Fehler ein, das ist nahezu unvermeidbar. Aber übertrieben schlechte Rechtschreibung und Grammatik sind schlichtweg peinlich.

Die Frage, ob in einem Artikel sorgfältig gearbeitet oder dieser eher schlampig und hastig erstellt wurde, könnte sich ebenso auf Sprache, Stilistik und faktischen Fehlern beziehen. Gleichsam die Frage, in welchem Maß der Inhalt auf seine Qualität hin untersucht wurde, wie dieser Beitrag des Weiteren noch beleuchten wird.

Weiterführende Links: Die Websites auf Rechtschreibung zu prüfen gehört schon seit Ewigkeiten zu den absoluten Qualitäts-Basics. Matt Cutts predigte schon 2006, die Webmaster mögen ihrer Webseiten auf Rechtschreibfehler überprüfen ( “Seo Advice: Spell-check your web sites“) . Seit kurzem kann Google nun auch das Leselevel eines Dokuments ermitteln und maschinell Gedichte übersetzen.

Frage: Werden die Themen der Seiten tatsächlich durch die Interessen der Leser geleitet oder versuchen diese Seiten lediglich Inhalt zu erstellen, der bei den Suchmaschinen eventuell gute Rankings erzielt?

SEO Übersetzung: Denken Sie darüber einmal nach. In einem echten Blog befinden sich nämlich niemals in jeder Beitragsüberschrift höchstnachgefragte Keywords. So befasst sich auch dieses Journal lediglich mit Themen, die mich selbst interessieren – nicht um meine Artikel auf bestimmte Keywords zu optimieren. Ab und zu floppen Beiträge eben auch, während andere hingegen manchmal für eine unerwartet lange Zeit interessant bleiben.

Erinnern wir uns an das Learn-Spanish-Beispiel von vorhin. Wenn jeder Beitrag dieser Aufzählung Suchbegriffe mit hohem Wert und Suchvolumen beinhaltet, dann ist da sicherlich etwas nicht in Ordnung. Es sieht schlichtweg nicht natürlich aus. Ich möchte nämlich keine endlosen Variationen von Artikeln lesen, die alle nach dem  „Wie lerne ich“+ Französisch-Prinzip aufgebaut sind – aber wer will das schon?

Was war zuerst: Erkenntnis und Qualität oder Traffic und Rankings?

Weiterführende Links: A Recommendation for Google’s Webspam Team

 

Frage: Bietet der Artikel Inhalt und Informationen, Berichte, Recherche oder Analysen aus erster Hand?

SEO Übersetzung: Wo liegt der Sinn darin, einen Artikel zu veröffentlichen, der zu dem Thema nichts Neues hinzuzufügen hat? Dies gilt vor allem für nachrichtenbasierte Inhalte: wer lediglich wiederkäut, was schon mehr als hundert andere vor ihm geschrieben haben – dem viel Glück für ein gutes Ranking. Dieses Konzept lässt sich auch einfach auf die organische Suche übertragen: ein Thema auszuarbeiten, es dazu mit überdachten, einzigartigen oder neuen Aspekten zu versehen, ist in Ordnung, es dagegen lediglich abzuschreiben ist armselig.

„Berichte aus erster Hand“ könnte auch als „zuerst entdeckt“ verstanden werden. Haben Sie jemals ein Thema begonnen oder dieses in einem grundlegenden Stadium weiterentwickelt?

Spuren, die während der originären Recherche hinterlassen wurden, sollten sehr  leicht zu verfolgen sein. Denn die Veröffentlichung von Aspekten der Recherche oder Originaldaten ziehen oft einen Rattenschwanz an anderen Autoren nach sich, die sich in ihren Ausführungen, Kommentaren, Zusprüchen oder anderen Meinungen auf diese Zitate beziehen. Hier ein Beispiel, wie eine britische Nachrichtenseite über einen Teil der Recherche zum Panda Update berichtet.

Weiterführende Links: Gute Inhalte erstellen wir ohnehin jeden Tag. Falls nicht, muss man es lernen. Man muss um die Bedürfnisse des Zielpublikums wissen und Themen zu ihren Interessen ausarbeiten. Wenn man eine Seite zu einer unverzichtbaren Quelle, mit hohem Wiedererkennungswert und wiederkehrenden Besuchern machen will, ist man hoffentlich in der Lage sich von kommerziell verdrehtem Unsinn abzuwenden und Mehrwert hinzuzufügen. Es gibt haufenweise ideenreiche Seiten die mit großartigem Schreibtalent glänzen können, Copyblogger ist eine davon.

Frage: Liefert die Seite im Vergleich zu anderen Suchergebnissen wesentlichen Mehrwert?

SEO Übersetzung: Entspricht die Landingpage den Erwartungen der Suchmaschinennutzer? Google hat ein offenes Ohr für das Feedback seiner Nutzer und bindet diese Daten auch in die Suchergebnisse mit ein. Selbst ohne Feedback über die Toolbar kann Google subtile Verhaltensmuster anhand der Abbruchsrate und der Schnelligkeit, in der wieder zu allen Resultaten zurückgekehrt wird, erkennen. So kann ein Suchergebnis, dass sich auf einem der oberen Rankings befindet, aber unterdurchschnittliche Metrics aufweist auch Gefahr laufen deshalb abzurutschen.

Durch extrem optimierte Anchor Texte können Seiten zudem für Anfragen ranken, die eigentlich gar nicht zu dieser Suchanfrage passen. Überstrapazierte Keyword Strategien durch Inbound Anchor Texte können in Zukunft aber zum Problem werden, falls das Ranking einer Seite zu Ladeabbruch oder zu einer Nutzerbeschwerde führt.

„Würde sich ein Nutzer beschweren, wenn er auf eine dieser Webseiten gelangt?“

Weiterführende Links: Hide sites to find more of what you want” , von Google im März 2011 und “High-quality sites algorithm goes global, incorporates user feedback” von Google im April 2011.  “Microsoft’s Approach to Identifying Quality Search Results Bades on User Feedback”, SEO By The Sea, May 2011.

 

Frage: Unterliegt der Inhalt der Qualitätskontrolle

SEO Übersetzung: Abgesehen von den ersten, offensichtlichen Qualitätsfaktoren wie Rechtschreibung und Grammatik, stellt sich auch die Frage nach den Details und dem Gehalt. „Are the pages produced with great care and attention to detail vs. Less attention to detail?”

Dann möchte ich behaupten, dass es einen interessanten Faktor der Qualitätskontrolle darstellen könnte, Artikel akkurat und aktuell zu halten. Im Laufe der Zeit könnte Qualität nämlich auch von zeitlichen Faktoren beeinflusst werden. So gibt es Artikel, die nach einer Weile vielleicht nicht mehr ganz exakt sind. Ein gutes Beispiel dafür ist der Installations-Guide für Ubuntu.  Allmählich werden die beschriebenen Anleitungen hinfällig. Trotz gelegentlicher Überarbeitung innerhalb der letzten Jahre ist es nun definitiv an der Zeit diese wieder auf den Neusten Stand zu bringen.

So mag es vielleicht doch nicht genug sein, über ein Archiv mit großartigem Inhalt zu verfügen, denn Ideen veralten und selbst die beste Praxis unterliegt einem Verfallsdatum. Eine gute SEO Strategie sollte deshalb vielleicht ebenfalls Überarbeitung und Updating der Artikel beinhalten.

Weiterführende Links: Headsmacking Tip #11 – Refresh Legacy Content for a Ranking Boost“ – SEOmoz, January 2009.

 

Frage: Beleuchtet der Artikel das Thema von mehreren Seiten?

SEO Übersetzung: Wird der Inhalt einer Seite übermäßig kommerziell verzerrt oder bietet er eine ausgeglichene Darstellung eines Sachgegenstands? Zum Beispiel zielen Seiten, die für Produkte werben oftmals lediglich darauf ab, die Nutzer mit völlig einseitigen Artikeln zum Kauf anzuregen, nicht darauf Alternativen aufzuzeigen. Der Inhalt äußert sich dabei durchgehen positiv über das Produkt – während sich auf anderen Seiten negative Meinungen unzufriedener Kunden häufen.

Wie Suchmaschinen ausgeglichene Meinungen in Artikeln erkennen sollen, kann man in gewisser Weise mit den Mechanismen erklären, die genutzt werden, um die Meinungen in Produktbewertungen,Tweets und Blogbeiträgen zu erfassen.  Im Jahre 2009 bestätigt dies Matt Cutts: „Lässt man die Suchergebnisse nach Revisionen sortieren, führt Google eine Meinungsanalyse durch und hebt interessante Kommentare hervor.“ Diese Technology scheint offensichtlich schon länger im Einsatz zu sein – RankSpeed, beispielsweise, versucht die besten Produkte und Webseiten auf Grund der Meinungen, die sie in Tweets und Blogs beschreiben zu empfehlen.

Inwiefern sich diese Methode auf die Analyse „von mehreren Seiten“ anwenden lässt ist nicht ohne weiteres ersichtlich. Dennoch ist es möglich, dass Google erkennt, wenn sich eine Seite übermäßig einseitig für eine bestimmte Idee ausspricht, obwohl das Thema von verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden sollte.

Weiterführende Links: Google’s New Review Search Option and Sentiment Analysis“, verfasst von SEO By The Sea im Juni 2009.  Google’s “Gold Stadard“ Search Results Take Big Hit in New York Story, Search Engine Land, November 2010.

 

Frage: Handelt es sich um eine anerkannte Fachwebsite?

SEO Übersetzung: Linken viele Fachseiten der entsprechenden Sparte auf diese Website? Seiten die sich mit einem breiten Spektrum von Themen befassen werden im Vergleich zu spartenspezialisierten Fachseiten eher schlechter als solche wahrgenommen. Besonders in Communities, in denen ein ausgeprägtes Level an Peer Recognition verlangt wird( die SEOs geben hierfür ein exzellentes Beispiel ab).

Für Websites aus Sparten, die sich ohnehin mit vielen verschiedenen Themen befassen dürfte dies zwar kein Problem sein, doch bei Thematiken für die es viele anerkannte Experten gibt, schneiden Seiten mit breitem Themenspektrum eher schlecht ab.

Gewichtige Inbound Links, die Relevanz der Seite von der das Thema stammt und die Keywords der Inbound Anchors könnten Faktoren sein. Nicht selten sind relevante Begriffe einer Seite auch aussagekräftige Merkmale auf die Aufmerksamkeit die ein Thema auf sich zieht.

Keywords

Im Folgenden befinden sich die häufigsten Keywords, die Google beim Durchcrawlen der SEOgadget Webseite findet.  Sie sollten das Hauptthema der Seite widerspiegeln.

Frage: Würden Sie diese Seite anhand ihres Namens als verlässlich identifizieren?

SEO Translation: „Brand“ Search Volumen wurde als Einflussfaktor des Vince Updates vermutet oder zumindest für einen Faktor gehalten, der auf die Wichtigkeit einer Marke Einfluss nimmt. Zentraler Aspekt der Wiedererkennung ist das reine Suchvolumen: wird vermehrt nach dem Namen des Unternehmen oder der Domain gesucht, ist es nur legitim anzunehmen, dass es sich dabei um eine starke Marke handelt. Ein gefestigter Markenname ist ein Zeichen von Vertrauen und das (vermutlich) schon seit geraumer Zeit.

Weiterführende Links: „How search volume data may be used to determine brand authority“,Blogstorm, im Juli 2009. “Google’s Vince Update – Brand or no Brand?”, SEOgadget, im Juli 2009.

Frage: Beinhaltet der Artikel übertrieben viele Werbeanzeigen, die vom eigentlichen Inhalt ablenken oder diesen beeinträchtigen?

SEO Translation: Google verfügt über Mechanismen, die das Verhältnis zwischen Werbeanzeigen und echtem Inhalt feststellen. Tom hatte das sofort verstanden. Er entwickelte eine Suchmaschine, die jede Webseite aufzeigt, die vom Panda Update betroffen wurde. Aus den Resultaten kann jede beliebige Seite ausgesucht werden, um sie wie im Folgenden im ganzen Browerfenster zu testen:

Wir stellen fest: die Seite besteht komplett aus Werbeanzeigen. Bei Layoutfragen  hilft das Google Adsense Team auch mit folgendem Artikel weiter: „Best pracitces for laying out your site and your ads“ ( Via SEO Theory)

Ihr Tipp:

Heben Sie Ihre Inhalte hervor: Während zwar die Wirkung einer Werbeanzeige mit ihrer Platzierung in der oberen Hälfte der Seite verbessert werden kann, sollte auch sichergestellt sein, dass der gesuchte Inhalt für den Nutzer ebenfalls einfach zu finden ist. Falls ihre Seite zum Beispiel Daten zum Download anbietet, sollten sich die Links dafür ebenfalls im oberen Teil der Seite finden lassen.

 

Weiterführende Links:

Best practice for laying out your site and your adsvon Google. “Deconstructing Google, von Gianluca Fiorelli im März 2011. “What the Google Panda Update has Taught the SEO Industry,  von SEO Theory im Mai 2011.TED 2011: The ‘Panda’ That Hates Farms: A Q&A With Goggle’s Top Search Engineers, von Wired, im Februar 2011 und zu guter Letzt, aber deshalb nicht minderwichtig Google’s Panda Update – What To Do About It”, von Distilled im Februar 2011.

 

Die Komplexität der Ranking Faktoren wächst

Man könnte noch bis in alle Ewigkeiten damit verbringen Rankingfaktoren zu analysieren – und wahrscheinlich hat es viel länger gedauert diesen Beitrag zu schreiben, als es eigentlich hätte sollen. Aber dies war das eindrucksvollste Update in der gesamten Googel Update Geschichte und lies die SEO Industry für eine sehr lange Zeit grübeln. Im Endeffekt ist wohl das Verständnis der vielen Qualitätsfaktoren die wichtigste Schlussfolgerung. Arrangiert man sich mit der Tatsache, dass es nicht mehr nur um technische Aspekte geht, gelingt es um einiges einfacher zu verstehen, welche Richtung wir als SEOs eingeschlagen haben. Es scheint, als ob Suchmaschinenoptimierung in Zukunft die Möglichkeit bekommt, sich von der reinen Produktberatung weiterzuentwickeln.

Die größte Belohnung bleibt letztendlich tolle Seiten zu erstellen, die von den Nutzern Zuspruch erhalten. Einerseits bin ich also froh, dass Google uns nun in diese Richtung lenkt. Allerdings hat auch Google, ebenso wie wir, damit noch einen langen Weg vor sich.

 

Über Marcus Schoeberichts

Marcus ist Inhaber der Agentur schoebs & friends und bloggt hier im Journal über diverse Themen im Bereich Online Marketing. Marcus bei Google+
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2 Antworten auf High Quality Web Sites – Der neue Google Ranking Faktor

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