Herrschaften: Oberstaufen!

Nicht Berlin, Köln oder München, nein, Oberstaufen werter Leser, ist die Nummer 1 bei Google Street View!
Eine kleine Gemeinde im Allgäu stiehlt allen großen deutschen Städten die Show und manövrierte sich mit einer offensiven, aber geschickten Marketing Strategie in den Medien ganz nach vorn. Wer hätte gedacht, dass ein 7.000 Seelenort, den davor kaum jemand im Land kannte, die Pole-Position bei Street View in Deutschland vor allen anderen Städten einnehmen würde?

Während sich Datenschützer und Street View Gegner noch mit endlosen Debatten aufhielten, haben Bürgermeister Walter Grath und Tourismuschefin Bianca Keybach längst das Marketingpotential von Google Street View erkannt und auf die strategische Überholspur gewechselt. Sie standen dem Projekt des Suchmaschinenriesen von Anfang an offen gegenüber und ergriffen ihre Chance eine neue Ära in Sachen Tourismusmarketing einzuläuten – eine brillante Marketingstrategie die einschlug wie eine Bombe. Schließlich kann es nur einen Ersten geben und selbst wenn die großen Städte in den kommenden Wochen nachlegen werden, bleibt Oberstaufen der Vorreiter in Sachen modernem Tourismusmarketing.

Google Trends Oberstaufen

Google Trends für Oberstaufen

Das I-Tüpfelchen des ganzen stellt allerdings die Tatsache dar, dass nicht die kleine Gemeinde auf Google zugegangen ist, sondern Google durch eine Social Media Kampagne auf den bislang unbekannten Allgäuer Ort aufmerksam wurde. In dieser Kampagne äußerte Oberstaufen seine Aufgeschlossenheit gegenüber dem Google Projekt, indem sie eine große Google-Willkommenstorte herstellten, fotografierten und diese auf Social Media Plattformen veröffentlichten. Das mediale Interesse und die überwiegend positiven Reaktionen auf diese Aktion führten dazu, dass auch Google auf Oberstaufen aufmerksam wurde. So viel Offenheit und Präsenz wurde nun mit Platz 1 in Google Street View belohnt.

Bezüglich des Google Projekts spaltet sich die Nation nach wie vor. Einerseits wettern Datenschützer und andere Street View Gegner massiv gegen das Projekt Street View, andererseits sehen Touristiker grandiose Chancen in dem Projekt. Der Bürgermeister teile die Bedenken bezüglich des Datenschutzes nicht und sehe keine Gefahr in den Bildern. Manchen stellt sich die Frage: blauäugig oder brillant, nachdem er bei einem Interview am 2.November gestand, noch keinen Blick auf die Street View Präsenz geworfen zu haben. Weder die Bilder, noch das Projekt von Google seien ihm bekannt. Dafür geht er mit einer gehörigen Portion Optimismus an die Sache Street View heran.
Nichtsdestotrotz witterten Tourismuschefin und der Bürgermeister in Oberstaufen ihre Chance auf mehr Aufmerksamkeit und gesteigertem Tourismusaufkommen, die sie im vergangenen Sommer schon mit diversen Social Media Kampagnen aufzupeppen versuchten. Ihr Einstieg in Google Street View toppte allerdings alles.

Das sollte erst der Anfang der neuen Street View Ära sein, denn den Einschätzungen vieler Touristiker zufolge wird das Google Projekt das Tourismusmarketing erheblich verändern. Die Reiseplanung der Urlauber wird in Zukunft mehr denn je an den Suchmaschinengiganten geknüpft sein. Verschiedene Dienste bieten das, was ein Urlauber über seine favorisierte Destination wissen will. Per Google Street View und Google Maps kann man sich virtuell am gewünschten Urlaubsziel umsehen und Google Places liefert entsprechende Infos über zugehörige Hotels und teilweise bereits auch deren Preise. Praktisch und clever! Allerdings finden wir uns hier in einem geschickt eingefädelten Kreislauf wieder. Nur wer viele Informationen an Google weiterleitet kann über Google Places und bei Google maßgebend gelistet werden. Durch die Popularität der Googledienste entsteht hier ein regelrechter Zwang. Gleichzeitig generiert Google damit enorm viel relevanten Content und etabliert sich so zum unverzichtbaren Tool für die zukünftige Urlaubsplanung. Als Konsequenz daraus muss eine Veränderung bei den Anbietern stattfinden, da sich die Anforderungen für SEO und SMM ebenfalls wandeln werden.

Zukünftig müssen Strategien stärker darauf abzielen auf Google Places zu optimieren, um am Markt bestehen zu bleiben. Wie gelungenes Tourismusmarketing aussieht? Oberstaufen macht es vor und wirft alle großen deutschen Städte zurück auf den undankbaren zweiten Platz. Ganz nach dem Motto: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Über Marcus Schoeberichts

Marcus ist Inhaber der Agentur schoebs & friends und bloggt hier im Journal über diverse Themen im Bereich Online Marketing. Marcus bei Google+
Dieser Beitrag wurde unter Internetmarketing abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>