Der SEO Traum vom Goldrausch ist zerplatzt. Oder doch nicht?

Goldrausch oder zerplatzter SEO Traum? Die Frage stellt sich heute bei der Lektüre von zwei bekannten Blogs aus der Search Marketing Branche.

Alex Sczakiel berichtet aktuell auf SEO-United davon, dass seiner Meinung nach die Goldgräberstimmung vorbei sei, er der OnPage Optimierung kaum Bedeutung beimisst und sich im Prinzip alles nur noch um Linkgenerierung dreht. Sein Fazit lautet, dass der Markt wegen des Hypes kränkelt und SMO (Social Media Optimization) für ihn das neue SEO sei.

Diese Darstellung ist für mich etwas widersprüchlich, denn wer jetzt auf den Social Media Zug aufspringen möchte und SEO für tot erklärt, läuft Trends hinterher statt diese zu erkennen. Die SEO Branche ist für mich längst nicht so tot, wie von manchen gerne dargestellt. Wie sonst ist es beispielsweise zu erklären, dass viele Unternehmen händeringend nach Spezialisten suchen? Überhaupt habe ich manchmal den Eindruck, dass bewusst versucht wird, die Lage schlecht zu reden, um sich Konkurrenten vom Leib und den Kreis möglichst exklusiv zu halten.

Der SEO Traum ist vorbei

Ob es einem gefällt oder nicht, es ist die Realität. Aber bitte keine Missverständnisse, ich habe nicht gesagt, SEO ist gestorben. SEO ist lebendig und gesund. Aber ich denke, dass die Vorstellung des reinen SEO Geschäfts ausgestorben ist. Ähnlicher Meinung ist auch Tony Verre, The Milwaukee SEO, der mir den eigentlichen Anstoß zu diesem Artikel gab und dessen Meinung ich in diesem Fall zu 100% teile.

SEO alleine reicht nicht mehr aus

SEO bedeutet heutzutage sehr viel mehr als nur Keywords und Links. Es ist eine weitere Komponente einer guten Internetseite, die tolle Inhalte hervorbringt und Freunde, Kunden, Fans oder wie auch immer man es nennen mag findet. Wer in diesem Bereich professionelle Leistungen abliefern möchte – egal ob als Dienstleister oder für eigene Projekte – muss in vielen Disziplinen des Search Marketings gewandt und kompetent sein.

Bis vor ein paar Jahren waren SEO Einzelgänger die Normalität. Eine Nischengruppe von Leuten, die experimentierten, um ihr Handwerk zu verbessern. Wer frühzeitig dabei war, hatte es einfacher sich einen Ruf zu schaffen. Doch natürlich ist auch den Kollegen damals nichts geschenkt worden. Sie mussten Unternehmen davon überzeugen, dass man ihnen dabei helfen kann eine stärkere Webseite aufzubauen, die bei Suchmaschinen ein besseres Ranking erzielt. Das ist harte Arbeit, vor allem mit etwas völlig Fremden.

Sicher war es etwas einfacher. Es gab weniger Konkurrenz. Weniger Leute, die um den besten Platz buhlten. Heute ist es anders, jeder ist auf einmal ein SEO/SEM Spezialist, je nach Hype gerne auch SMO Experte, der ganz laut um Aufmerksamkeit schreit.

SEO der Zukunft

Spezialisierungen sind für Kunden uninteressant geworden, die Grenzen verschwimmen immer mehr. SEO Dienstleistungen, Social Media Marketing und Conversion Optimierung werden benötigt, um effektive Strategien zu entwickeln. In wie weit man sich selbst spezialisiert, ein Team aufbaut oder in einem Netzwerk kooperiert, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die eigentlich bekannten Eigenschaften wie Fleiß, Ehrgeiz, Talent und Leidenschaft zähle ich auf jeden Fall zu den Grundvoraussetzungen. Somit platzt der Traum zumindest für all diejenigen, die auf schnelles Geld aus sind und denken, den Kunden etwas vormachen zu können.

Update 27.08.2010

Mittlerweile haben sich auch der SEOnaut und Seokratie zum Thema geäussert.
Weitere sehr lesenswerte Beiträge dazu sind bei Hanns Kronenberg und Marcus Tandler nachzulesen.
Zusammenfassung von Jan Tißler auf t3n.

Über Marcus Schoeberichts

Marcus ist Inhaber der Agentur schoebs & friends und bloggt hier im Journal über diverse Themen im Bereich Online Marketing. Marcus bei Google+
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16 Antworten auf Der SEO Traum vom Goldrausch ist zerplatzt. Oder doch nicht?

  1. Ist doch seit Jahren ein beliebtes Spiel. Es werden Informationen gestreut nicht um zu informieren, sondern um sich von Mitbewerbern abzuheben. Falsche Infos zu streuen und blödsinnige Gerüchte wie z.B. “Dublicate Content führt zur Abstrafung” zu forcieren. Die besten Infos behält man selber. Wäre ich ja auch schön doof, wenn ich meine erfolgreichen Optimierungstipps (an Mitbewerber) verschenke. In keiner Branche habe ich so etwas erlebt. Hiermit meine ich nicht direkt die oben aufgeführten Personen.

  2. Loewenherz sagt:

    Meine Kritik an jenem Artikel wäre deutlich stärker ausgefallen. Er bewegt sich auf dem Niveau eines SEO-Einsteigers. Hier dagegen kann ich weitgehend zustimmen: SEO ist heutzutage so spezialisiert geworden, dass Generalisten kaum noch Chancen haben – außer hinsichtlich der Koordination eines Team von Spezialisten.

  3. Gretus sagt:

    Hallo,

    klingt gut. Als Anregung zu Diskussion:

    - Backlinks haben generell ein Einfluss verloren
    - Nachgelagerte Rankingfaktoren bestimmen die Top 10
    - Brands werden in dem Serps noch oben gesetzt
    - Die Serps passen sich den Vorlieben der Nutzer an
    - Die Suche über soziale Netzwerke nimmt zu

    Wer seinen Kunden in Anzugmanier weiterhin nur einige Links verkauft und sie nicht explizit darauf hinweist, dass sie sich selbst aktiv am Erfolg ihrer Webseite beteiligen müssen, der begreift nicht wo das WWW hingeht. In Deinem Beitrag hier wird lediglich Seriösität vermittelt, das auf die SEO-Waagschale zu werfen wird nicht reichen ;-)

    Grüße

    Gretus

  4. Gretus sagt:

    `SEO ist heutzutage so spezialisiert geworden, dass Generalisten kaum noch Chancen haben – außer hinsichtlich der Koordination eines Teams von Spezialisten.´

    Versteh ich auch nicht, klingt aber wichtig ;-)

    Grüße

    Gretus

  5. @Günter Dillenberg: natürlich ist das alles nichts Neues. Hab mir in der Vergangenheit auch oftmals meinen Teil gedacht, diesmal wollte ich jedoch ein paar Zeilen veröffentlichen.

    @Loewenherz: danke für die Zustimmung. Was ist denn nun mit “Irgendwie und SEO”? :-)

    @Gretus: Auf nen Zug aufspringen, von dem man nur ein paar Wagons kennt und die Lok noch nicht gesehen hat, dürfte für die Social Media Schiene nicht reichen. Die vermittelte Seriösität tut der Branche meiner Meinung nach gut; ich bin sicher, Du bist genau wie wir gegen die “Consultants”, die monatl. horrende Summen für beschämende Leistungen entgegennehmen. (beziehe mich ebenfalls nicht auf oben aufgeführten Personen.)

  6. Lion Heart – You are correct regarding Specialization – the nature of web technology and web marketing is thus: client-facing tools are becoming easier and easier to use… what we call “dummy proof.” But the technology behind what the client sees is becoming more and more complex. There are more moving parts for programmers to understand than ever before. Likewise for web marketing. For example, it used to be that having a Search Marketing Specialist on staff meant having someone on staff who understood the ins-and-outs of making a site attractive to the search engines. But today, a Search Marketing Specialist can come in many varieties… a) Organic Search Expert, b) Pay-Per-Click Expert, and/or c) In-Bound Link Building Expert. And, to make matters more convoluted, each and every day, as the technologies and the search engines themselves evolve. It is becoming more and more impossible for one Search Expert to be an Expert in these three distinct Search Marketing Disciplines. Much like medicine, this has meant that specialization is becoming more and more prevalent. But the marketplace – the disciplines needed to “move the needle” for any given Client necessarily involves the need all of these specialists. The interactive disciplines are wholly inter-related and dependent on one another. What this means is that freelance web professionals cannot operate as lone wolves. Without a team they are unable to be of maximum benefit to their clients.

  7. Matt,
    Thanks for the great comment. I’m right there with you.

  8. Marcus – thanks – Tony Verre is a close friend and long-time colleague. He is an excellent SEO who is pinned down working for a corporate slave master. He is trying to break free of building someone else’s empire… hence, he has http://themilwaukeeseo.com

    On a separate note, most everyone in Milwaukee, WI is either of German heritage of married to someone of German Heritage (myself, I married a Kleppin/Lukawitz) – our city, Milwaukee, is full of surnames such as Benz, Bodden, Witmer, Reitberger, Smith, Schneider, etcetera. So I can’t help feel some kinship. A hearty “hello” to all the “Krauts” on this board. Thanks for the work ethic and great beer – oh, and the irresistible women. ;) Salud.

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  12. Pingback: SEO-Goldrausch vorbei. Echt ? | zweidoteins - Der SEO-Blog

  13. SEOwoman sagt:

    Hey Marcus, dein Artikel hat mich dann gestern doch veranlasst auch etwas dazu zu schreiben :-)
    Zu den Spezialisierungen stimme ich dir vollkommen zu: SEO alleine reicht nicht (mehr), die Gebiete überschneiden sich immer mehr. Bei SEO für Kunden sehe ich den Trend weg von dem Einzelkämpfer-SEO hin zum Teamwork-SEO. Egal ob Inhouse, aus dem Büro oder vom Home-Office gearbeitet wird, muß sich der SEO doch im Unternehmen einbringen und unternehmensintern nach CI-Richtlinien arbeiten. Das kann nicht jeder SEO adhoc. Dazu kommt daß SEO im Marketing-Mix als ein Teil integriert ist, genauso wie SMO bzw. SMM. Die Herausforderung der Zukunft wird m.E. sein, die Maßnahmen strategisch ordentlich auszurichten und mit Gesamt-Marketing-Ziel im Team Erfolge zu erzielen.

  14. Pingback: SEO ist nicht tot, dieser Blog ist nicht tot

  15. SEO lebt, fühlt sich gut und wird noch lange gut fühlen und wahrscheinlich länger als wir alle leben. :)
    Ohne SEO gäbe fast in jedem Fall unter den ersten 10 Serps Chaos. Dank uns Google hat die Ordnung die er braucht.

  16. Robert M. sagt:

    2 Jahre später nach Artikelveröffentlichung… wir schreiben die ersten Tage nach dem Pinguin Update. SEO wie wir es noch die letzten Jahre gekannt haben liegt in Scherben. Nun heisst es neue Strategien finden…

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