Revolutioniert der Google Knowledge Graph die SERPs im Tourismussektor?

Nach mehreren Monaten in denen Google permanent neue Features für den
Knowledge Graph getestet hat, gibt es nun für viele lokale Suchanfragen englischsprachiger Seiten in den USA mit dem neuen interaktiven Karussell oberhalb der SERPs einen echten Eyecatcher.
In einem Post am 18.06.2013 gab Google die Ausweitung der Knowledge Graph Einblendungen über Google+ bekannt und wies auch darauf hin, dass dies in Zukunft für weitere Länder und mit weiteren Features ausgebaut werden wird. Grund genug sich das einmal genauer anzusehen, denn dieses augenscheinlich bekannte Karussell ist wie alle andern Features des Knowledge Graph darauf ausgelegt, die Nutzer dazu zu bringen Google nicht lediglich als Suchmaschine zu nutzen.

Sieht bekannt aus, ist es aber nicht – was ist neu?

Das interaktive Karussell für die lokalen Anfragen nach Restaurants, Bars oder Hotels ist nicht das gleiche wie für die Suchanfragen nach beispielsweise „Sehenswürdigkeiten München“:

Hier sehen wir die bereits bekannte Karussell-Ansicht mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, beim Klick auf eines der Fotos, wird automatisch eine neue Suche nach dem Namen der Sehenswürdigkeit generiert:


Hier erneut: Das Karussell mit weiteren Sehenswürdigkeiten, die Knowledge Graph Einblendung mit wichtigen Eckdaten und anstehenden Veranstaltungen rechterseits der Suchergebnisse und sehr prominent an erster Stelle die Website zur Sehenswürdigkeit, in diesem Fall die Allianz Arena in München. Soweit so gut, alles bekannt.

Für Suchanfragen nach Lifestyle Hotspots wie Restaurants oder Bar, aber auch für Hotels generiert Google für die deutschen Nutzer nach wie vor die bekannten 3- oder 7-Packs aus Places Einträgen:


Diese Ansicht könnte bald der Vergangenheit angehören. Stattdessen wird ein schickes Karussell oberhalb der SERPs zu sehen sein, wie sie für die Suchanfrage nach Sehenswürdigkeiten größerer Städte erscheinen. Wie searchenginland.com berichtet, sehen Suchanfragen nach „mexican restaurant in nyc“ dann folgendermaßen aus:

Die Karussell-Ansicht ist sehr dominant, unterhalb erscheinen einerseits die Suchergebnisse, rechts daneben eine große Map, in welcher die oben angezeigten Lokale eingezeichnet sind. Auffällig ist, dass die bei uns angezeigten Places 3- oder 7-Packs verschwunden sind. Die Suchergebnisse bestehen hier nur aus Websites, teilweise mit Rich-Snippet Elementen. Eine neue Chance für Webseiten ohne Places Eintrag ganz vorne zu ranken?

Bei Klick auf eines der angezeigten Lokale wird die Suchanfrage nach eben diesem generiert und es erscheinen wie für die Suchanfragen nach Sehenswürdigkeiten Eckdaten wie Kontaktmöglichkeiten, Öffnungszeiten und, ganz wichtig, Bewertungen im Knowledge Graph rechts der Suchergebnisse.

Was bedeutet das für die lokale Suche?

Die Daten für das Karussell zieht Google aus den bisher angezeigten Places Einträgen – und hier liegt der Knackpunkt. Das Karussell ist ein starker optischer Reiz für die Nutzer. Wer nach „Hotels in …“ sucht und über diese Ansicht gleich passende und attraktive Hotels mit Bildern und Lage auf der Map angezeigt bekommt, kann direkt darüber bereits eine Vorauswahl treffen, welches Hotel zusagt. Die SERPs rücken so vorerst aus dem Fokus und die Nutzer bleiben brav bei Google und generieren beim Klick noch eine weitere Suchanfrage, anstatt auf die Hotelseiten zu verschwinden. Hier ist aber durchaus interessant, dass durch die Karussell-Ansicht der Places-Einträge unterhalb wieder mehr Platz für die eigentlichen, ursprünglichen SERPs bleibt. Websites, die aufgrund ihrer Adresse nur schwer, wenn überhaupt für eine Stadt innerhalb der 3- oder 7-Pack Places-Einträge gelistet werden würden und denen damit ein Platz auf der ersten Suchergebnisseite nahezu verwehrt bliebe, haben nun die Chance für lokale Suchanfragen dennoch auf der ersten Seite zu ranken.
Die Karussell-Ansicht und deren Rankingkriterien bedeutet für die Hotelbetreiber oder Inhaber von Lokalitäten aber gleichzeitig, dass ein Places Profil und die Verknüpfung zur eigenen Website unabdingbar notwendig wird, um in der vordersten Reihe mitzuspielen, und dass dieses ordentlich zu pflegen ist, um überhaupt im Karussell zu erscheinen. Die Erweiterung der Karussell-Ansicht auf weitere lokale Suchanfragen ist damit nicht nur eine schicke optische Erweiterung der Suchergebnisseiten, sondern pusht Google+ und vorrangig die Google Places Einträge lokaler Anbieter ungemein, eröffnet aber gleichzeitig wieder mehr Raum für Websites generell, auch für lokale Suchanfragen in der Nähe gute Platzierungen zu erreichen. Erst Tests werden allerdings zeigen müssen, wie sich die neuen Karussell-Ansichten auf das Klickverhalten der Nutzer auswirkt.

Was Webseitenbetreiber lokaler Geschäfte, Hotels, Bars oder Restaurants bis zum Roll-out in Deutschland tun sollen, um sich vorzubereiten? Hier die wichtigsten Tipps zum Mitnehmen:

  • Wer noch kein Places Profil besitzt –> unbedingt anlegen und mit der Unternehmenswebsite verknüpfen
  • Places Profil mit möglichst vielen Informationen pflegen:
    • Kontakt einpflegen, eine Adresse in der Stadt für die man ranken möchte ist obligatorisch, mit einer anderen Adresse dafür zu ranken ist nahezu ausgeschlossen
    • Fotos, Fotos, Fotos, aber bitte ansprechend und professionell
    • Beschreibungstexte optimieren
    • Öffnungszeiten angeben
  • Bewertungen sind das A und O: Die Bewertungen sind ein maßgebliches Rankingkriterium innerhalb der Places Einträge und werden es vermutlich auch für das Karussell bleiben. Deshalb sollten so viele, idealerweise positive und echte(!) Bewertungen generiert werden, wie nur möglich

Über Marcus Schoeberichts

Marcus ist Inhaber der Agentur schoebs & friends und bloggt hier im Journal über diverse Themen im Bereich Online Marketing. Marcus bei Google+
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Eine Antwort auf Revolutioniert der Google Knowledge Graph die SERPs im Tourismussektor?

  1. Martin sagt:

    Hallo Marcus,
    Danke für den informativen Artikel über Googles Knowledge Graph Karusell. Google selbst gibt ja bereits seit einiger Zeit uns Usern ein paar Infos auf: http://www.google.de/intl/de/insidesearch/features/search/knowledge.html

    Ich selbst habe mich mit dem Thema ebenfalls beschäftigt und auf einem eigenen Blogartikel zusammengefasst, wie der Knowledge Graph Webseitenbetreiber tatsächlich auch schaden kann: http://www.online-solutions-group.de/blog/suchmaschinenoptimierung-seo/googles-knowledge-graph-karussell-nimmt-allmahlich-fahrt-auf/

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