Passauer Online Marketing nimmt Kurs auf den technischen Fortschritt

Nachdem die Stadt Passau jüngst erneut einiges an scharfer Kritik bezüglich ihres verstaubten Online Marketings einstecken musste, scheint sich im Rathaus nun etwas zu regen. In der heutigen Ausgabe der PNP heißt es, Passau lege nun mit einer App und einem Facebook-Auftritt elektronisch nach. Ab Herbst dieses Jahres dürfen sich Einheimische und Touristen darauf freuen.

Die Stadträte sind sich einig, dem Zeitgeist müsse sich langsam aber sicher angepasst werden. Das Erschließen neuer Zielgruppen, die Nähe zu den Bürgern und der potentielle Nutzen für den Passauer Tourismus seien dabei die Ziele, die es mit den geplanten Online Maßnahmen zu erreichen gilt. Passau versucht damit auf den Online Zug aufzuspringen, nachdem der Stadt Nachlässigkeit auf diesem Gebiet nachgesagt wurde. Man wolle aber ohnehin nicht die Ersten sein, erklärte Herbert Zillinger, trotzdem aber unter die Besten. Damit setzt der Sprecher des Oberbürgermeisters große Erwartungen in die folgenden Onlinebemühungen der Stadt und auch in die Arbeit des neuen Kooperationspartners: der Universität Passau.

Universität Passau programmiert die Passau-App

Der Stadt fehlt Personal. Diese Debatte scheint nach wie vor nicht vom Tisch, wie auch die Stadträte einräumten. Für die Programmierung und Umsetzung der Passau-App holte sich die Stadt nun aber mit dem Lehrstuhl für Mathematik und Informatik der Universität kompetente Partner ins Boot. Darunter ein Masterstudent, der sich auch im Rahmen seiner Masterarbeit mit dem Thema beschäftigt und mit an der technischen Umsetzung der App arbeitet. Ortsansässige und äußerst kompetente Ressourcen zu nutzen kann in diesem Fall nur begrüßt werden. Möchte die Stadt Passau als moderne Universitätsstadt auftreten liegt es nahe, die Vorzüge einer solchen zu nutzen – auch im Sinne der Studenten, die durch städtische Kooperationsprojekte eine einmalige Chance erhalten, die für das spätere Berufsleben maßgeblich sein kann. Eine Win-Win-Situation für Stadt und Universität.

Niveau plus Strategie

Es geht also voran im Rathaus. Stetig und zielgerichtet möchte man hier im Zuge moderner Online Marketing Maßnahmen nachrüsten. Dieses Thema stehe schon sehr lange Zeit auf der Agenda des Rathauses, teilte uns das Büro des OB per E-Mail mit und auch Zillinger bestätigte, dass Social Media ein Dauerbrennerthema in den Sitzungen des Arbeitskreises gewesen sei. Nun geht es endlich an die Umsetzung. Man strebt nach einem niveauvollen Facebook Auftritt mit zeitgemäßer Smartphone App als Ergänzung. Lediglich die Zeitspanne bis Herbst scheint recht lang, bedenkt man die rasanten Veränderungen am Internetmarkt. Eine zeitnähere Umsetzung der Facebook Fanpage sollte in jedem Fall im Bereich des Möglichen liegen, meinen auch Dr. Max Stadler und Armin Dickl. Der vorzeitige Start auf der Online Plattform mittels publizierter Pressemitteilungen verfehlt das Ziel den Bürgern der Stadt auf Augenhöhe zu begegnen aber aufgrund der unpassenden Amtssprache. Dem Vorschlag widersprach auch der OB Sprecher prompt. Außerdem gäbe es noch Datenschutzrichtlinien zu prüfen und strategische Vereinbarungen zu treffen. An dieser Stelle muss wieder mit mahnendem Zeigerfinger an das bislang fehlende Konzept der Online Strategie erinnert werden, das unbedingt die Grundlage für die geplanten Neuerungen bilden muss. Wie in einem vorangegangenen Artikel über das Passauer Online Marketing bereits konkret erläutert, ist die Definition konkreter Ziele und die Ausarbeitung eines Konzepts sehr wichtig für den Erfolg von Online Marketing Maßnahmen. Oberbürgermeister Jürgen Dupper macht deutlich, dass bei der Facebook Präsenz der Stadt vor allem auf ein gewisses Niveau zu achten sei. Man wolle kein Negativbeispiel durch kopfloses Beitreten zu Social Media Plattformen statuieren, sondern eine niveauvolle, interessante und lebendige Fanpage bieten. Das braucht Zeit.

Das Büro des Oberbürgermeisters hat mich unterdessen nach dem ersten Beitrag zu diesem Thema kontaktiert und mitgeteilt, meine Vorschläge und Kritikpunkte bezüglich der städtischen Onlinepräsenz mit Dank angenommen zu haben. Sie würden meine „Anregungen selbstverständlich gerne in den stetigen Prozess der Umstrukturierung und Neukonzeption“ des Internetauftritts mitaufnehmen, hieß es wörtlich.

Auch die PNP nahm in einem Artikel auf meinen Beitrag Bezug:

Passauer Neue Presse 09.02.2012

Passauer Neue Presse 09.02.2012

Möglicherweise haben kritische Hinweise auf das Fehlen stimmiger und durchdachter Strukturen bezüglich des Online Marketings gefruchtet. So blicken wir weiter gespannt auf die weiteren Entwicklungen im städtischen Marketing. Die Ansprüche, unter die Besten zu gelangen lassen Großes erwarten. Wir werden sehen…

Über Marcus Schoeberichts

Marcus ist Inhaber der Agentur schoebs & friends und bloggt hier im Journal über diverse Themen im Bereich Online Marketing. Marcus bei Google+
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