Barockstadt Passau trifft auf digitales Zeitalter

Nach einigen Monaten, in denen sich viele Stimmen, unter anderem hier im Blog, eher kritisch gegenüber der zaghaften Online Marketing Versuche der Stadt Passau geäußert haben,
schafft das Stadtmarketing nun den Sprung ins digitale Zeitalter und ruft eine Fanpage für die Jahresveranstaltung „350 Jahre Barockstadt Passau“ ins Leben.

Am 8.Mai 2012 (bereits gut vier Monate nach dem Beginn der Jahresveranstaltung) gelingt es nun eine zeitgemäße und aktive Facebook-Seite zu erstellen, auf denen Interessierte alle nötigen Informationen zum bereits laufenden barocken Jahresevent einsehen können. Viel Rügen und noch mehr mahnende Zeigefinger musste das Stadtmarketing ertragen, ehe es zur Umsetzung kommen konnte. Aber nun ist sie da, die geforderte Präsenz in der weltweit größten Social Community und so sieht sie aus:

Fanpage Barockstadt Passau

Fanpage Barockstadt Passau

Wie es auf der Internetseite des Barockevents heißt, sollen hier Willkommensgrüße auf verschiedenen Sprachen, eine Übersicht sämtlicher Veranstaltungen im Barockjahr, ständig aktualisierte Neuigkeiten und sogar ein kleines Gewinnspiel zum Start der Facebook-Präsenz Platz finden. Bereits 129 Fans gefällt die erste städtische Facebookseite – zu Recht.

Das Stadtmarketing bietet mit dieser Seite wirklich eine aktive und ansehnliche Präsenz, die Lust auf das Event macht. Passende Fotos untermalen die angepriesenen Veranstaltungen und die Kommunikation über die Seite funktioniert gut. Denn auch wenn sich die ersten Fans der Gruppe mit Kommentaren und „Like“-Bekundungen noch sehr zurückhalten, die Gruppe postet, kommentiert und liked ambitioniert. So beteiligt sich „350 Jahre Barockstadt Passau“ aktiv bei Posts anderer Facebook-Gruppen und kommuniziert regelmäßig mit den eigenen Fans – und das auf Augenhöhe:

Diese Facebook-Präsenz ist ein wichtiger Schritt für das städtische Marketing, um ein Exempel zu statuieren, dass die Vorwürfe vom Jahresanfang nicht mehr zutreffen. Schwerfällig, verstaubt und ohne klare Linie sei das Marketing gewesen, das will man sich nicht mehr nachsagen lassen müssen. Mit der neuen Facebook-Seite befindet sich die Stadt Passau in jedem Fall auf dem richtigen Weg Richtung modernes Marketing.

Und wie steht’s um das Konzept?

Nach so vielen positiven und bestärkenden Worten kann ich aber nicht umhin, auch kritische Gedanken zu äußern. Betrachtet man den Facebook-Auftritt gesondert im Rahmen der Plattform, ist diese Fanpage ein gutes Beispiel, wie man die Umsetzung einer Facebook-Fanpage beginnen sollte. Bezieht man aber mit ein, dass Facebook, wie schon in einem anderen Artikel festgestellt, die Kür sein sollte, fehlt es wieder an einer ganzheitlichen und konsequenten Strategie. Nur so ist erklärbar, warum auf der Internetpräsenz www.barockstadt-passau.de keine Facebook-Anbindungen integriert wurden, weder auf der Homepage, noch bei den einzelnen Artikeln, Fotos oder Veranstaltungsseiten. Der Artikel zur Facebook-Präsenz bietet unerwarteter Weise den einzigen „Gefällt mit“-Button der gesamten Seite an.

Auch auf der städtischen Website passau.de ist es mit der Facebook-Integration nicht weit her, lediglich ein Link in der Meldung zum Start der Barockjahr-Fanpage verweist auf selbige. Auf der Unterseite www.passau.de/Kultur,Sport-Freizeit/350JahreBarockstadtPassau.aspx zum Jahresevent sucht man die Einbindung gänzlich vergebens. Zumindest wurde über den Twitter-Account der Stadt Passau brav auf den Facebook-Auftritt verwiesen:

Die entscheidenden Synergieeffekte der Social Media Aktivitäten werden leider fast gänzlich verschmäht. Da keine stimmige Strategie für die Koordination und das Zusammenspiel von Website und Social Media besteht, kann die Wirkung des sozialen Netzwerks nicht gänzlich ausgeschöpft werden. So reicht es leider nicht aus, eine attraktive Facebook-Fanpage durch zwei engagierte und motivierte Mitarbeiterinnen pflegen zu lassen. Ohne konsequente Anbindung und Integration in bestehende Webauftritte bleibt der wechselseitige Nutzen gering.

Über Marcus Schoeberichts

Marcus ist Inhaber der Agentur schoebs & friends und bloggt hier im Journal über diverse Themen im Bereich Online Marketing. Marcus bei Google+
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