Relaunch Uni Passau – Auf den zweiten Blick…

Optisch frisch und aufgeräumt, die Corporate Identity durchgängig – ein moderner Webauftritt für Bayerns jüngste Universität. Pünktlich zum Semesterstart launcht die Universität Passau
den langersehnten und längst überfälligen Internetauftritt. Wer die alte Website kannte, der vermutet zu Recht, dass der neue Auftritt nur besser sein kann. Altbacken, verstaubt und unübersichtlich, viel zu verwinkelt und alles andere als nutzerfreundlich war der Auftritt bisher. Für eine Universität, die sich zeitgemäß und technikaffin nennen möchte, war eine Grundsanierung der Internetpräsenz obligatorisch.

Auf den ersten Blick ordentlich und frisch, scheint der Relaunch ein echter Erfolg zu sein. Weltoffenheit und Bewusstsein für das technisch geprägte Zeitalter werden unübersehbar durch Überschriften und Fotos junger Menschen der unterschiedlichsten Nationalitäten präsentiert. Immerhin 6,6 % der Studierenden im Sommersemester 2013 stammen aus dem Ausland, erfährt man im Menüpunkt „Universität im Überblick“ unter „Zahlen-Daten-Fakten“. Doch die zugrundeliegende Struktur der Universität Passau muss nach wie vor abgebildet werden: Die Achillesferse des Webauftritts. Denn die vielen einzelnen Stellen die losgelöst von einander agieren, aber irgendwie alle zur Uni dazugehören werden nicht insgesamt vom Relaunch eingeschlossen. Sämtliche Fakultäten, inklusive der Fakultät für Informatik und Mathematik erstrahlen über die bisherige Sub-Domain im gewohnten Layout:

Zwangsläufig stellt man sich da als Nutzer die Frage, ob gerade etwas schief gegangen ist. Aber offenbar wurden diese Seiten einfach nicht in den Relaunch miteinbezogen. Wieso, bleibt an dieser Stelle offen, wenngleich der gesamte Webauftritt die Renovierung nötig gehabt hätte.
Vorbildlich schnell setzt die Uni allerdings erhaltenes Feedback seitens der Nutzer um. So fehlte im Direktzugriff anfangs die Verlinkung zur Universitätsbibliothek, die für viele Studenten vorher genutzt wurde, um auf die Bibliotheksseite zu gelangen. Der fehlende Verweis wurde zeitnah hinzugefügt, eben so wie eine Filtermöglichkeit für ausgeschriebene Stellen.

Feedback ist ja erwünscht… ein paar Tipps

Aus der Sicht eines SEOs betrachtet fallen mir natürlich sofort einige Aspekte auf. Hier herrscht noch Verbesserungspotential. Zwar erhält jede Seite ordnungsgemäß eine H1-Überschrift und gliedert sich weiter in H2-Überschriften, aber von Descriptions weit und breit keine Spur. Die Title der Seite setzten sich jeweils aus der Kategoriebezeichung und dem Brand „Uni Passau“ zusammen, das führt auf der Startseite zum Title : Universtiät Passau – Universität Passau“. Da könnte man noch daran arbeiten. Die Bilder haben nicht durchgängig einen alternativen Text, manchmal erscheinen hier Angaben wie „Headergrafik Schmuckbild“, die mir als Nutzer natürlich wenig nützen, sollte mein Browser Probleme bei der Darstellung haben. Auch die Suchmaschine dürfte mit so einem Text wenig anfangen können.

Um auf die partielle Umsetzung des Relaunch zurückzukommen: Der Layoutwechsel zwischen Universitätsseite und Fakultäten irritiert den Nutzer. Besonders fällt dies für den Blog auf:

Wer von der nun so frisch anmutenden Seite auf den Blog weitergeleitet wird, fühlt sich zwangsläufig falsch. Die Verbindung erschließt sich nur dem, der die Seiten vorher schon kannte. Entsprechend kann hier mit einer hohen Absprungrate neuer Seitenbesucher gerechnet werden, die durch eine durchgängige Umsetzung des neuen Designs sicher behoben werden könnte.

Was ebenfalls auffällt ist die fehlende Filtermöglichkeit zur Darstellung der Veranstaltungen an der Universität. In einer schier endlosen Liste werden 1945 Veranstaltungen aneinandergereiht. Kein Nutzer wird sich die Mühe machen eine bestimmte Veranstaltung aus dieser Ansicht herauszusuchen:

Fazit: Relaunch der Universität Passau Note: gut!

Die neue Seite der Uni Passau kann sich sehen lassen. Ein zeitgemäßes Layout, nutzerfreundliche(re) Strukturen und frische Farben, die Lust zum Stöbern machen. Viele interessante Informationen über den Campus und die Stadt Passau, um den vielen neuen Studenten die jedes halbe Jahr anstürmen erste Orientierung über den neuen Lebensraum zu geben.

Der Struktur der Universität an sich geschuldet sind dennoch die vielen Subdomains zu den Fakultäten, die nicht in dem Relaunch miteinbezogen wurden – vielleicht nur zeitweise noch nicht?

Aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung gibt es ebenfalls noch einige kleinere Basic-Verbesserungsvorschläge, deshalb nicht die volle Punktzahl, aber eine solide Leistung.

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Suchmaschinen: User Experience, Usability und nutzerzentrierte Website-Gestaltung

In ihrem Buch „Suchmaschinen. User Experience, Usability und nutzerzentrierte Website-Gestaltung“ lenkt Sonja M. Quirmbach den Blick auf seiteninterne Suchfunktionen; diejenigen Suchmaschinen, die neben Google oder Bing oft stiefmütterlich behandelt werden. Hier liegen verkannte Knackpunkte für den Erfolg oder Misserfolg eines Webauftritts, die innerhalb dieses Werks umfangreich gewürdigt werden. Ein gelungenes Buch zum Thema User Experience und nutzerzentrierte Gestaltung von Webpräsenzen, das neben Basiswissen anschauliche Beispiele für Fehlerquellen und deren Lösungen bietet.

Die Suchfunktion innerhalb der Seite und ihr verkanntes Potential

Suchmaschinen begleiten unsere Aktivitäten im Web weit über die klassische Suchanfrage bei Google und Co. hinaus. Diejenigen Suchanfragen, die auf einer Website selbst getätigt werden, geraten häufig – aber völlig zu Unrecht – in den Hintergrund bei der Entwicklung einer Webpräsenz. Dabei wird gerade hier nach seiteninternen und damit höchst relevanten Informationen für eine Seite, ein Portal oder einen Online Shop abgefragt und verbundene User Experience generiert. Sonja M. Quirmbach thematisiert in ihrem Buch mit dem im ersten Augenblick irreführenden Titel „Suchmaschinen“, alles rund um die seiteninterne Suchmaschine. Ihr Begründung dafür ist, dass zur Websuche, beispielsweise über Google, unzählige literarische und wissenschaftliche Exemplare existieren, über die seiteninterne Suche nach Produkten oder Nachrichten jedoch verhältnismäßig wenig. Gleichzeitig liegen hier Fallstricke und Potentiale für positive User Experience sehr dicht beieinander. Für die Autorin Quirmbach Grund genug, sich in einem eigenen Buch damit zu beschäftigen.

Aufbau des Buches: Suchmaschinen von A bis Z

Dass es sich um ein komplexes Themengebiet handelt bei dem viele Komponenten mit ein spielen, zeigt der facettenreiche Aufbau des Buches deutlich. Begonnen mit Basiswissen und Theorie zu Suchmaschinen, deren Verwendung und Bedeutung, über eine Abhandlung zu Vorgehensweisen der Nutzer, die sich wie bereits der Titel erkennen lässt immer im Zentrum der Gedankengänge befinden, über den Designaspekt und verschiedene Evaluationsmöglichkeiten der erzielten User Experience. Die breite der behandelten Teilaspekte für Suchmaschinen zeigt, dass weitaus mehr hinter dem oft unscheinbaren Suchschlitz einer internen Suchmaschine stecken mag, als dieser vermuten lässt.

Sonja M. Quirmbach schafft es in ihrem Werk sowohl anschaulich und verständlich, als auch informativ, mit dem gewissen Aha-Effekt zu bearbeiten, worauf es bei der seiteninternen zeitgemäßen Suchmaschine ankommt. Selbst bei theoretischen Gesichtspunkten, die augenscheinlich selbstverständliche Faktoren aufgreifen, wird klar, dass hier feine Faktoren den Unterschied machen. Abgerundet wird ihr Werk durch praktische Checklisten und Arbeitshilfen.
In einem angenehmen Schreibstil behandelt die Diplom Informationswirtin von der Theorie bis zu praktischen Beispielen alle wichtigen Aspekte des Basiswissens, über das Webdesigner, Produktentwickler, Informatiker oder Shopbetreiber verfügen sollten. Abbildungen bekannter Websites und anschaulicher Illustrationen tragen äußerst effektiv zum Verständnis bei.

User Experience und Usability für Einsteiger bis Profis

Die einzelnen Kapitel des Buches sind so konzipiert, dass sie aufeinander aufbauen und die Themenbereiche logisch miteinander verknüpfen. Auf diese Weise konnte ein Werk entstehen, das für Einsteiger als auch Fortgeschrittene Usability Experten gleichermaßen geeignet ist. Wer mit der anfänglich grundlegend beschriebenen Materie vertraut ist, überspringt diese zum Anwendungsbereich, ohne dabei den Faden zu verlieren.

Mit ihrem Buch zu „Suchmaschinen. User Experience, Usability und nutzerzentrierten Websites“ hat Sonja M. Quirmbach ein gehaltvolles Werk zum Thema User Experience und Usability geschaffen, das verdeutlicht, wie wichtig seiteninterne Suchmaschinen fernab der Google SERPs tatsächlich sind.

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Die Passauer App unter der Lupe

Nach Facebook und Twitter wagt die Stadt Passau nun den Vorstoß ins Mobile Marketing und bietet – vorerst nur für das iPhone – eine kostenlose App, die vor allem Touristen die Orientierung in der Region und im städtischen Angebot allgemein erleichtern soll. Gemeinsam mit der Universität Passau wurde getüftelt, um eine ansprechende und zeitgemäße Applikation zu entwerfen, die Smartphone-Nutzer durch die eindrucksvolle und bedeutungsträchtige Stadt führen soll. Auf die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Universität ist man besonders stolz, hier könne gezeigt werden, wie hervorragend die Kooperation verlaufe, darüber sind sich Oberbürgermeister Jürgen Dupper und Professor Dr. Burkhard Freitag einig. Schon in den vorherigen Artikeln wurden diverse Marketing Bemühungen in Passau unter die Lupe genommen und mussten nicht selten auch Kritik einstecken können. Nun nehmen wir uns aus aktuellem Anlass der neuen App der Stadt vor und testen sie auf Herz und Nieren.

Passau App für iPhone-Nutzer – kann die was?

Vorerst ist die App der Stadt den iPhone-Nutzern vorenthalten,Passau App die diese kostenlos im AppStore herunterladen und installieren können. Eine Android-Version befinde sich bereits in der Entwicklung und werde laut Angaben der Stadt ab Ende Frühjahr 2013 verfügbar sein. Der Grund dafür ist, dass die Passau App als native Applikation für das jeweilige Betriebssystem programmiert wird, um die spezifischen Features von iOS und Android optimal nutzen zu können. In Zusammenarbeit mit der Universität Passau und dem Lehrstuhl für Informatik werden beide Apps entwickelt und vorgestellt, man hat also durchaus dazugelernt die örtlichen Ressourcen zu integrieren. Hier sehe ich viel Potential.

Die App, die kann was!
Beim Start der App öffnet sich zunächst ein schickes Intro-Bild mit anschließender Ortung des Nutzers auf der Karte. Die Ortung funktioniert präzise, ab jetzt kann es losgehen, die Umgebung zu erkunden. Zur Wahl stehen verschiedene Kategorien, wie Sehenswürdigkeiten, Einkaufen, Parken, Essen&Trinken, Unterkünfte, Veranstaltungen, Stadtführungen oder der klassische Stadtplan.

Intro Passau Appp

Intro der Passau Appp

Der Punkt Sehenswürdigkeiten eröffnet eine Auswahl an typischen Wahrzeichen und eben Sehenswürdigkeiten der Stadt, inklusive Informationen zu Preisen und Öffnungszeiten und Kontaktmöglichkeiten. Sehr gelungen auch die flüssige Navigation zwischen den verschiedenen Punkten und die Berechnung der Route. Allerdings gibt es hier auch das erste Minus: Die Routen für Fußgänger und Autos sind häufig identisch, also nicht die kürzesten und schicken einen schon mal in falscher Richtung durch eine Einbahnstraße. Für ortsfremde Touristen – die als Zielgruppe explizit genannt werden – sollte das dringend überarbeitet werden, aber auch als Routenplaner für Passauer ist die App damit raus.

Im nächsten Punkt „Einkaufen“ soll die App dabei helfen die richtigen Geschäfte für jeden Anlass in der Umgebung zu finden und tatsächlich ermöglicht eine umfangreiche Kategorisierung die präzise Eingrenzung der angebotenen Läden hierarchisch absteigend mit zunehmender Entfernung vom aktuellen Standort. Die Kategorisierung reicht dabei von Geschenke, Wohnen, Haushalt über Gesundheit , Sport und Mode bis hin zu Dienstleistungen, Kinos etc. Darüberhinaus können zu jedem Geschäft Informationen wie Name, Kategorie und Kontaktdaten wie Adresse oder Website eingesehen werden – soweit vorhanden, denn die Informationen

sind hier noch sehr spärlich gesät.

Parken in Passau – Die Mobile Parkplatzsuche hilft!

Die App bietet eine angenehme Lösung des altbekannten Passauer Problems: die leidige Parkplatzsuche. Hier liegt gehöriges Potential für die App, da die aktualisierten Daten gleich anzeigen, wo noch Parkplätze frei sind, darüberhinaus wie sich die Parkkosten zusammensetzen und wie hoch die maximale Gebühr vereinzelt werden kann. Die Parkmöglichkeiten beziehen sich dabei auf die großen Parkhäuser und Parkplätze in der Nähe zum Bahnhof und der Altstadt. Kostenlose Parkmöglichkeiten weiter außerhalb werden nicht angezeigt.

Parkplatz App Passau

Parkplatzsuche per App

Essen&Trinken, Unterkünfte, Veranstaltungen und mehr in Passau

Unter dem letzten Punkt der Hauptnavigation „Mehr“ verbirgt sich noch eine Fülle weiterer interessanter Aspekte der App. Hier werden Lokalitäten zum Essen oder Trinken, Unterkünfte in Passau, Veranstaltungen, Führungen und Touristeninformationen angeboten, jeweils mit Entfernung zum aktuellen Standort. Während sich der Aufbau der einzelnen Unterkategorien sehr an der Listenansicht des Punktes „Einkaufen“ orientiert, muss festgestellt werden, dass auch hier ebenfalls wenig Informationen zu den einzelnen Etablissements zur Verfügung stehen. Am meisten Informationen erhält der Nutzer unter dem Punkt „Führungen“. Hier wird sowohl ein Beschreibungstext, als auch Informationen zu Preisen, Öffnungszeiten und Kontaktmöglichkeiten gegeben. Diese Fülle an Informationen würde man als Nutzer aber auch für die Hotels erwarten. Hier erhält man neben der Anzahl der Betten, die Adresse, eine E-Mailadresse und eine Website – auf die wir im Verlauf dieses Artikels noch zu sprechen kommen. Außerdem wünscht man sich Fotos von Hotel und Zimmern; Angaben zu Preisen pro Person und Nacht wären ebenfalls hilfreich. Dies enthält einem die App leider vor. Lediglich die Telefonnummer ist aktiv klickbar. Und hier liegt ein gehöriger Knackpunkt für eine Applikation, die sich den Anspruch umfassend und innovativ zu sein auf die Fahnen schreibt.

Was sie nicht kann: Interaktivität und funktionierende Links!

Abgesehen davon, dass die App einen sehr ordentlichen Eindruck macht und die Bedienbarkeit angenehm flüssig funktioniert, bleibt ein nicht unerheblicher Kritikpunkt: Die Links zu den Lokalen, Bars, Clubs, Hotels, Läden, Führungen und anderen Etablissements werden zwar angezeigt, aber mehr auch nicht. Sie können NICHT angeklickt oder kopiert werden! Teilweise werden zu den Lokalitäten im Unterpunkt Essen&Trinken ellenlange URLs des City Marketings Passau angegeben, statt der offiziellen Website-Adresse.

Zum Beispiel für das Café Duftleben in der Passauer Fußgängerzone, für das es durchaus eine eigene Website geben würde. Die App verweist auf eine Übersichtsseite vieler Passauer Lokalitäten, nicht einmal gesondert auf den Eintrag des Cafés (der wiederum ebenfalls keine URL des Lokals enthält).

Da wirft sich mir die Frage auf: Wieso? Der Nutzer ist in der Regel mit dem Internet verbunden und auf der Suche nach mehr Informationen, die er über die funktionierenden Verlinkungen erhalten könnte. Ein Plus an Mehrwert, das hier verschenkt wird, aber mit wenig Aufwand geleistet werden könnte.

Nicht nur, dass dem Nutzer mit einem toten Link nicht geholfen ist, sondern dass ihm dieser noch weniger bringt, wenn er auf eine falsche Seite führt, abgesehen davon, dass der Link nicht kopierbar ist. Eindeutig Nachholbedarf! Hier liegen gehörige Potentiale offen, die in Kooperationen mit den Hotels und deren Unterstützung noch größeren Mehrwert für die App und damit für das Passauer Marketing bringen könnte.

Fazit zur Passau App

Die Kooperation zwischen Universität und der Stadt ist geglückt. Zeuge davon ist eine flüssige App. Im Detail vermisst man allerdings die ein oder andere wichtige Information, ein anschauliches Bild und funktionierende Links, die erheblichen Mehrwert schaffen könnten und schlicht und einfach zeitgemäß sind.

Hier kann man die App im AppStore herunterladen.

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Content ist nicht gleich Content. Der Tchibo-Fail

Wie es aussieht, wenn viele Blogger den Brei verderben, kann man derzeit auf der Site von Tchibo betrachten. Im Corporate-Blog des Unternehmens bloggen zwölf Personen munter drauf los, zu, wie Tchibo selbst beschreibt, „allen Themen, die uns bei Tchibo so bewegen. Und das sind viele!“ In der Tat! So viele, dass der Leser sich ein ums andere Mal verwundert fragt: „Was soll das?“
Bewegendes entdeckt Tchibos Blog-Bande unter anderem in Off-Topic-Posts. Man kann geteilter Meinung sein, ob Off-Topics das Image des Unternehmens belasten – wenn sie absolute Ausnahmen bleiben, kurz gefasst sind und gut geschrieben, kann man sicherlich darüber hinweg sehen.
Das aber gilt nicht für Posts, die das zentrale Thema des Hauses behandeln, den Kaffee. „Content ist king“ zählt hier nicht – hier muss es heißen: Only good content is king!
Ein Text, der über 300 Wörter benötigt, um nichts mitzuteilen, schadet. Warum er schadet? Weil er den Leser täuscht und enttäuscht – und das in mehrfacher Hinsicht.

Tchibo-Blog: kein Inhalt in knapp 300 Wörtern

Ein Einkäufer für Rohkaffee berichtet in diversen Blogposts von seiner Reise nach Brasilien. Er besucht mehrere Kaffeefarmen, um Qualität und Ertrag der nächsten Ernte abschätzen zu können. Die Art und Weise jedoch, wie er seine Reise beschreibt, ist alles andere als belebend. Eine Kostprobe:


Quelle und gesamter Beitrag hier: http://blog.tchibo.com/aktuell/ipanema-fazenda-tour/

„Mein schönstes Erlebnis“ mussten manche von uns nach den Sommerferien im Deutschunterricht niederschreiben. Auf genau diesem Grundschul-Niveau bewegt sich der Text. Tapfere Leser, die bis zum Ende durchhalten, wissen danach auch nicht mehr, als dass der Autor sehr zufrieden war, weil er sehr zufrieden war.
Im Inhalt null, im Stil bemerkenswert flach – falls der Artikel irgend etwas auslöst, dann den Reiz zum Wegklicken.

Kommunikation ja – aber bitte richtig! Was der Blogger falsch gemacht hat

Dem Blogger fehlt es ganz offensichtlich an einer Affinität zum Schreiben. Das kann man ihm nicht zum Vorwurf machen; allerdings wünschte man sich dann als Leser ein solides Maß an Selbsteinsicht beim Blogger mit der Konsequenz, aufs Bloggen zu verzichten.
Hand in Hand mit der Unfähigkeit, mehr als nur ein paar Belanglosigkeiten aneinander zu reihen, geht beim Blogger die Unkenntnis darüber, was einen Text lesenswert macht: in vorderster Linie das Thema, also all das, was dem Nutzer, uns Lesern, einen Mehrwert bringt, im besten Fall sogar einen Aha-Effekt auslöst.
Wenn ein Blogger schließlich erkannt hat, worüber er schreiben möchte, sollte sich im günstigsten Fall noch das Können hinzugesellen. Im vorliegenden Fall heißt das: die 3.000 Kilometer der Reise mit Leben zu füllen und den Leser im Nachhinein mitzunehmen auf seine Reise.

Einige Tipps für bessere Kundenkommunikation:

Tipp 1: Du sollst nicht langweilen!

Hat man nichts Interessantes zu erzählen, sollte man besser nichts schreiben. Punkt. Stehlen Sie Ihren Kunden nicht wertvolle Zeit.
Da macht sich ein Tchibo-Mitarbeiter auf eine Reise über den Atlantik nach Südamerika nach Brasilien ins Landesinnere. Herauskommt: „Die erste Woche verbrachte ich noch geschäftlich in Europa.“ Wow!
Ein Blog eines Unternehmens wie Tchibo, das Mitarbeiter auf eine Brasilienreise schickt, muss in der Lage sein, seine Leser im übertragenen Sinne „mitzunehmen“.
Mit dem Pick-up durch unwegsames Gelände zu fahren, um die teils verborgenen Kaffeefarmen anzusteuern, kann viel spannender beschrieben werden. Die Geschichte der abenteuerlichen Reise durch ein fremdes Land auf der Suche nach dem weltweit berühmten Kaffee ist mehr als die bloße Mitteilung, acht Tage habe die Tour gedauert.
Was dem Text fehlt, ist Leidenschaft. Was dem Text fehlt, sind Bilder. Ich habe nicht vor Augen, was der reisende Blogger auf seiner Tour alles gesehen hat, welche Aufgaben auf ihn warteten, welche Schwierigkeiten sich in den Weg stellten. Er war da und fuhr wieder weg. Na prima!
Wo steckt die Leidenschaft fürs Produkt? Wo die fürs Unternehmen? Was muss bei Tchibo passieren, dass Mitarbeiter begeistert sind? Oder anders: Sollte meine Nachbarin, Frau B., einmal von ihrem Alltag aus der Tchibo-Filiale berichten, würde das wahrscheinlich ähnlich „mitreißend“ klingen wie die Reisebeschreibung eines Einkäufers, der acht Tage in Brasilien war.
Die Geschichte des Blogautors klingt nach Instant-Kaffee, nicht nach brasilianischem Kaffeearoma! Wahrscheinlich ist der Blogger ein akzeptabler Einkäufer – vom Schreiben sollte er Abstand nehmen. Genauer: Das Unternehmen (egal ob Tchibo oder Jacobs – das gilt für jedes Unternehmen) sollte ihn nicht dazu verpflichten!
Wer kein Talent, keine einschlägige Ausbildung zum Schreiben, wer keine Leidenschaft und die Lust besitzt, tolle Texte zu verfassen, sollte die Finger von lassen

Tipp 2: Einer hat es schwer: der Leser oder Schreiber

Das sagt Wolf Schneider, der Grandseigneur in Sachen Sprachstil. Um ihn korrekt zu zitieren: „Allenthalben fehlt es an der Einsicht, dass immer einer sich plagen muss …: der Schreiber oder der Leser. Schreiber neigen dazu, diese Plage auf den Leser abzuwälzen.“ So wie hier.
Leidenschaft und Talent sind unumgängliche Eigenschaften, um Texte zu schreiben, die Leser lieben – dies gilt für alle Kanäle!
Know-How ist Trumpf!
Der Blogger ist im besten Fall ein absoluter Experte auf seinem Gebiet. Der Leser will Mehrwert in Form von Informationen, vor allem im Corporate-Blog, der so einen besonders authentischen und transparenten Charakter vermitteln soll, wie es der Tchibo Blog versucht.
Wer den Kunden einen Einblick in den Arbeitsalltag des Unternehmens verschaffen möchte, der sollte darauf achten, dass dabei auch Fakten einfließen, die es wert sind, mitgeteilt zu werden.
Wer nur mit dem Auto herumtingelt, hat nichts zu berichten! Dabei entsteht lediglich ein falscher Eindruck der Reise, die sicherlich mehr zu bieten hat.
Und um auch mal ein wenig konstruktiv zu werden: Der Blogger hätte uns mitteilen können, wie viele Kilo Bohnen von einem Strauch geerntet werden können, wie viele Sträucher pro Farm angepflanzt werden und wie viele Tassen Kaffee sich daraus ergeben. Was ist das besondere an den brasilianischen Kaffeefarmen?
Falls das in einem anderen Blogpost thematisiert wird, dann bitte mit Link dahin. Auf jeden Fall aber braucht ein Blogpost mehr Gehalt, mehr Temperament und mehr Leidenschaft in Kombination mit dem entsprechenden Know-How!

Tipp 3: Qualität kommt von Qual

Letzten Endes ist der unsägliche Artikel im Tchibo-Blog nur Symptom für eine Schwäche, die in der Frage kristallisiert: Wohin will Tchibo mit seinem Blog? Eine kurze Betrachtung zum Schluss.
Die Blog-Beiträge auf tchibo.com sind thematisch nicht geordnet, jeder Blogger kocht sein eigenes Süppchen. Dies mündet in einer enorm uneinheitlich anmutenden Kommunikationsstrategie – wenn sie denn eine ist. Der Blog möchte gerne alle Themen behandeln, von unternehmensrelevanten Infos bis zu den Wochenaktionen von Tchibo, dem Alltag der Mitarbeiter, einem Mount Kenya Project und natürlich ganz beiläufig auch Kaffee.
Kann so etwas innerhalb eines Blogs sinnvoll umgesetzt werden? Zu befürchten ist: nein! Transparenz und Authentizität im Unternehmen sind ja schön und gut, aber dieser Facettenreichtum, so er denn professionell kommuniziert werden soll, könnte eine ganze Nachrichtenredaktion beschäftigen. Doch auch dann würden nicht alle Beiträge auf einer einzigen Seite veröffentlicht.
Bei Tchibo fehlt es an einer klaren Struktur und der Umsetzung in deutlich unterteilte Ressorts. Ein einzelner Blog scheint hier einfach nicht der richtige Ausspielkanal zu sein.
Tchibo zeigt also damit eindrucksvoll, wie man es besser nicht machen sollte.

Tipp 4: Bitte nicht nachmachen!

PS: Aufmerksamen Lesern wird nicht entgangen sein, dass in diesem Beitrag des öfteren davon die Rede ist, was man alles tun „sollte“. Ich verstehe das so: „Sollen“ wird „müssen“, wenn man „kann“. Tchibo könnte ;-)

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#2013FTW ;-)

Search wird evil, der Schnee ist von gestern – Was macht SEO morgen?
Rankingkriterien 2013

Wenn ich diesen Artikel mit der Aussage einleiten würde, dass sich SEO im Umbruch befindet wie nie zuvor. Würde ich lügen? Jedenfalls wäre es weder gänzlich falsch, noch aber bahnbrechend neu. Schon seit jeher verändern sich Rankingkriterien, seit jeher müssen wir Optimierer darauf reagieren, um seit jeher abgestürzte Rankings aufzufangen und neue Optimierungsmaßnahem zu eruieren. Lediglich die Methoden den SEOs die Arbeit zu erschweren werden zunehmend rabiater. War es anfänglich erst das unschuldige und etwas naive Keyword-Tag, das von Google abgeschafft wurde, gibt es nun mehr und mehr bislang wirksame Hebel, die uns Google nimmt – die Backlinks als jüngstes Peak. Neu ist das wahrlich also nicht, die Umstände Websites zu optimieren werden eben rauer – so müssen die erforderlichen Methoden zur Optimierung eben feiner werden. SEO ist deshalb nicht tot. Wie immer ändern sich nur die Spielregeln.

Was können wir morgen von SEO erwarten? Worauf dürfen und müssen wir uns einstellen? Welche Wege wird Google noch beschreiten, um den Kampf um die ersten organischen Suchergebnisse weiter zu verschärfen? Ein vager Blick in die Zukunft: Die SERPs sind der Schauplatz, wir sind David und Google ist Goliath.

Was bisher geschah: Panda und Penguin erschüttern die SERPs

Panda und Penguin haben uns in den letzten Monaten das SEO-Leben schwer gemacht. Sparen wir uns dieses leidige Thema wiederzukäuen, jeder weiß was gemeint ist. Links sind massenhaft wertlos, teils sogar schädlich geworden. Googles unendliche Gnade ermöglicht den Weg zum Disavow-Beichtstuhl, um sich als SEO selbst an den Pranger zu stellen. Doch Achtung! Erst einmal tief durchatmen, bevor man vor Google dermaßen blank zieht. Googles Plan uns erst in die Enge zu treiben, um uns dann diese scheintrügerische Möglichkeit zu geben ist schlichtweg evil.
ABER: Wir haben uns aufgerappelt, den Staub von den Schultern geklopft und machen uns nun auf die Suche nach neuen Kriterien, durch die wir unsere Websites und die unserer Kunden weiterhin unter die Top-Platzierungen bringen können.

Upcoming 2013 – Auf welcher Grundlage Google künftig Websites bewertet

Nachdem Google kontinuierlich Kriterien absägt, die nur annähernd nach Optimierung riechen, scheint es naheliegend, dass sich die Bewertung der Webseiten zukünftig auf Daten beziehen wird, die die Suchmaschine selbst generiert und die kaum manipulierbar sind. Realisiert wird dies durch die zunehmende Integration eigener Produkte, die riesige Datenmengen über die Nutzerverhalten erfassen.
Dazu gehört weit mehr als die Social Community Google +, sondern z.B. auch der eigene Browser „Google Chrome“, der komplette Surfchroniken der Nutzer liefert, das eigene Betriebssystem „Chrome“ und das mobile Betriebssystem „Android“, die sich am Markt fest etabliert haben. Google strebt noch nach viel mehr.

Aktuelle Entwicklungen belegen, dass sich Googles Browser Chrome am Weltmarkt gegen andere durchgesetzt und zum global meist genutzten Browser geworden ist.

Quelle: gs.statcounter.com

In Deutschland liegt Chrome zwar noch auf Platz 3 der meistgenutzten Browser, es ist jedoch bereits ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen.

Quelle: gs.statcounter.com

Aufteilung der Browserverbreitung – Internet Explorer vs. Google Chrome vs. Firefox

Quelle: gs.statcounter.com

Die Integration der eigenen Produkte ist für Google äußerst hilfreich, um komplexe Schemata für typische Nutzerverhalten zu erarbeiten, die deutlich verschiedene Suchmuster abzeichnen, die wiederum deutliche Schlussfolgerungen über die Beziehung zwischen Suchanfrage und Suchergebnis zulassen. Das beste daran ist, dass alle Nutzer (uns SEOs inkludiert) die Daten freiwillig zur Verfügung stellen, indem sie Produkte wie Google+ und Google Webmaster Tools selbstverständlich nutzen. Da bleiben für Google kaum Wünsche offen. Welchen Daten sollte Google also noch mehr Vertrauen schenken, als den eigenen?

Google untergräbt die Vergleichsportale

Nicht genug, der Datenhunger der Suchmaschine hätte seine Fühler überall ausgestreckt. Google macht auch lange Finger bezüglich Portale, die Daten anderer Websites vergleichen und damit einen Service für Nutzer anbieten. Diesen Vergleichsportalen wird Google in naher Zukunft möglicherweise an den Kragen gehen und mittels vertikaler Integration der eigenen Produkte Nutzer bereits bei der Suchanfrage abgreifen – das Todesurteil ausnahmslos aller Vergleichsportale.

Hier nur einige Beispiele:

1. Google Hotelfinder
Quelle: http://www.google.com/hotelfinder/

2. Google Flights

Google Flights

Quelle: https://www.google.com/flights/#search;f=SFO;t=MUC,AGB;d=2013-01-02;r=2013-01-06;a=LH

3. Google Finance Advisor

Google Finance Advisor

Quelle: https://www.google.com/advisor/uscredit

Zukunftsthese: Trust-Nutzerverhalten-Traffic ist die SEO-Formel 2013

Unter allen angeführten Produkten der Hausmarke, wird zukünftig vor allem die soziale Plattform von Google für SEOs noch interessanter. Sie ist ein wesentlicher Baustein, um den Trustfaktor einer Seite anzukurbeln und wird sich als wichtiger Rankingfaktor etablieren. Über Google+ läuft sowohl die Nutzung des Author-Tags, als auch die der Place Pages, die vor allem für die Local Search bedeutend ist. Die Liste ist aber noch länger. Praktisch kommt man nicht mehr umhin Google+ aktiv zu nutzen, was sicherlich kein Zufall ist, wenn man sich die Schachzüge des Suchmaschinengiganten ansieht. (Dazu hier ein brillanter Artikel: http://pip.net/monopoly)
Ganz nebenbei steigert nämlich auch die Einbindung des Autorenbildes im Rich-Snippet spürbar die Aufmerksamkeit, ergo den Traffic. Dieser Aspekt wird von den meisten SEOs bereits effektiv genutzt – Punkt für Google. Ab hier ist dann der Webseitenbetreiber dafür zuständig mit seinem Content zu überzeugen, um die Nutzer zum Verweilen und Interagieren zu bewegen. Dank des Nutzerverhaltens, kann Google ganz genau erheben, ob die gefundene Seite für die Suchanfrage relevant war oder nicht. Was das für die Rankings bedeutet, muss an dieser Stelle wohl nicht extra erwähnt werden.

RDFa heisst, den Bots den Content scheibchenweise am Silbertablett zu servieren

Entgegen vieler Kollegen, die starke Verfechter des WDF*IDF-Prinzips sind, halte ich auch z.B. RDFa für zukünftig wichtiger. Google liebt klare Strukturen und Seiten, die logisch und simpel zu erschließen sind. Wie könnte man den Bots also noch schöner darbieten, was die Seite ausmacht, wenn nicht durch diverse Zusatzinformationen, die speziell für Googles Crawler mundgerecht aufbereitet wurden. Damit schaffen wir eine besser verständliche Verbindung zur Semantik der Seite, wo bekanntlich gerade hier Schwächen der sonst so intelligenten Bots liegen. Generell ist das Feld der semantischen Suche sehr interessant, dazu aber im nächsten Absatz mehr. Zunächst möchte ich mein Statement zu RDFa weiter begründen. Durch die Strukturierung der Seiteninhalte erreichen wir viel mehr, als nur die einfachere Crawlbarkeit durch Google. Rich Snippets, und das wurde nun zu genüge wiederholt, sind ein mächtiges Werkzeug, wenn es darum geht Traffic zu generieren. Wir erinnern uns an das Author-Tag, die Bewertungsmöglichkeiten, Anzahl der Kreise, in denen man sich befindet, Zubereitungszeit bei Rezepten, Preisangaben bei diversen Angeboten und vieles mehr. SEOs sollten diese Möglichkeiten nutzen, wenn sie dies bisher nicht ohnehin schon als Handwerkszeug wahrgenommen haben. Ich sehe hier eine Wechselwirkung zwischen Rich Snippets, Rankings und Traffic, die durch RDFa-Elemente enorm angekurbelt werden kann.

Semantic Search – Wenn Google zu wissen glaubt, was wir zu finden versuchen

Wie der Screenshot beispielhaft zeigt, erhalten wir zusätzlich zu den organischen Treffern weitere, möglicherweise passende Elemente. Im beistehenden Kasten rechts der eigentlichen SERPs allgemeine Informationen, die wir sonst für gewöhnlich auch in Wikipedia vermutet hätten. Google versucht damit zu verstehen, was wir meinen und zu interpretieren, dass in diesem Fall das „Deutsche Museum“ zu den Sehenswürdigkeiten Münchens gehört. (Ganz nebenbei geizt die Suchmaschine damit, die Nutzer an externe Seiten zu „verlieren“ und bindet deshalb solche Informationen sofort ein. Evil, evil, evil… Da nützen selbst Wikipedia über 90 % Top-Platzierungen nichts, sobald der Traffic erst gar nicht zustande kommt.)

Sind die Suchanfragen so eindeutig, wie in unserem Beispiel, stellt das die Suchmaschine noch vor keine größeren Probleme. Allerdings sind die semantischen Gepflogenheiten unserer Sprache so komplex und instabil, dass es einer Suchmaschine wie Google kaum gelingen könnte, die sich permanent ändernden Terminologien zu entschlüsseln und ihnen eindeutige Bedeutungen zuzuweisen. Das wäre nämlich nötig, um die menschliche Sprache für die Maschine in seiner Gesamtheit erfassbar zu machen und im Umkehrschluss effektiv nutzen zu können. Künstliche Intelligenz ist bislang zwar schon sehr gut entwickelt, jedoch fehlt ihr das, was uns Menschen vorbehalten ist, der Verstand. :)

Zusätzlich speist die Suchmaschine Informationen aus der offenen Datenbank Freebase, die unterschiedliche Bezeichnungen für gleiche Entitäten miteinander verknüpfen und wie Wikipedia umfangreiche Informationen dazu liefern. Nach diesem Prinzip ist es möglich, existierendem Personen, Gegenständen und Begebenheiten unendlich viele Informationen zuzuordnen, um Semantik maschinell besser erfassbar zu machen. Die Schwierigkeit liegt dennoch für Maschinen bei der Verwertung und Verarbeitung solcher Informationen, die bislang einfach noch zu diffus sind. Fraglich ob Google dieser Herausforderung Herr werden kann. Nüchtern betrachtet wäre das eher ein Fall für Facebook und Twitter, die durch Posts und Tweets täglich Unmengen an aktuellem Sprachgebrauch eingespielt bekommen.

Links sind nicht tot, allein die Perspektive darauf ändert sich

Traffic ist einer der zentralen, wenn auch indirekten Faktoren 2013. Links sind also raus, oder doch nicht? Ich behaupte Links sind immer noch enorm wichtig für gute Rankings und die Erklärung ist so simpel wie logisch: Um Traffic zu erhalten muss Aufmerksamkeit erzeugt werden. Aufmerksamkeit könnte möglicherweise direkt über die SERPs mittels Rich Snippets generiert werden. Aber auch über Links, die relevant und mit Berechtigung gesetzt werden. Dabei geht es dann weniger um die Empfehlungswirkung eines Backlinks, die ja aus SEO Sicht von Google recht willkürlich anerkannt oder abgesprochen wird. Der Traffic der über einen Link, ob nofollow oder follow erzeugt wird, ist weitaus schwieriger zu manipulieren und gibt Google den „verlässlicheren“ Hinweis, dass dies verlinkte Seite weiterführend und relevant ist. Möglicherweise wird in so einem Fall auch der Anchor-Text wieder stärker gewertet. Ergo erschließt sich damit, ob der Link eine Berechtigung hat, wie stark der Traffic ist, der geliefert wird und wertet damit den Link als wertvoll.

Hinzu kommt wieder das Nutzerverhalten, dass Google beobachten kann, sobald die User über den Link auf die eigene Seite kommen. Aus diesem Geflecht unterschiedlicher Aspekte, die allesamt direkt kaum beeinflusst werden können, könnte Google künftig präziser zwischen guten und minderwertigen Seiten und deren Relevanz unterscheiden.

SEO muss mittels Natürlichkeit gute Rankings erzeugen können – Ein Widerspruch in sich?

Natürlichkeit wird ein immer wichtigeres Stichwort für die Optimierung von Websites werden. Das widerspricht sich auf den ersten Blick völlig. Wie kann jemand etwas natürlich manipulieren? Das Selbstverständnis der SEO-Szene wird sich zukünftig verändern müssen. Dem Optimierer wird nicht nur Kompetenz zur Seitenoptimierung für gute Rankings abverlangt. Optimierer werden tolle Seiten für die Nutzer bauen müssen, um deren Verhalten zu „manipulieren“ oder schöner gesagt, zu leiten. Im Endeffekt wird man sich als SEO noch mehr auf die Generierung von hochwertigen Inhalten stützen müssen, die ganz natürlich Traffic erzeugen, die Nutzer ganz natürlich dazu bewegen Zeit auf der Seite zu verbringen oder damit zu interagieren. SEO wird nicht mehr „allgemein“ SEO sein, sondern sich in Teildisziplinen aufsplitten, die sich jeweils auf unterschiedliche Aspekte konzentrieren. Denn wie heißt es von Google so schön:  „It’s best to do one thing really, really well“.

Das Ende der Off-Page Faktoren

Alle diese Entwicklungen gehen auf Kosten jeglicher Off-Page-Faktoren, da Manipulation nicht auszuschließen ist. Für 2014 ist zu erwarten, dass das gesamte Off-Page-Paket wegfallen wird und die Suchmaschinen den Trust und das Ranking einer Seite komplett auf Grund anderer Aspekte erschließt. Gewohnte Größen wie der PageRank werden weiter an Aussagekraft verlieren, auch wenn Google das nicht offiziell zugeben wird. Künstliche Intelligenz ist weiterhin das Stichwort. Mit deren Hilfe können Empfehlungen und Bewertungen verschiedener Seiten gefiltert und verarbeitet werden. Besonders im Fokus stehen hierbei die Brands, für die der Trustfaktor ein unverzichtbares Kriterium ist und auch weiterhin bleiben wird.

Google ist noch längst nicht fertig!

Die Suchmaschine schleicht sich fast unmerklich an, um die gesamte Search zu vereinnahmen – und noch viel mehr. Das ist bemerkbar durch den kaum bezwingbaren Marktanteil als Suchmaschine, aber auch durch die vielen weiteren Produkte, die letztendlich wieder auf eins abzielen: Google in unserer Lebenswelt auf subtile Weise unverzichtbar zu machen. Dabei hält sich der Suchmaschinenriese aber nicht immer an die eigenen, uns auferlegten Regeln, wie wir beispielsweise feststellen können, wenn wir den Werbeanteil der SERPs im Hinblick auf das „Page Layout Update“ betrachten. Wäre Google eben nicht Google, würde es hier saftige Penaltys hageln. Das Unternehmen wirkt nicht unberechtigt von Zeit zu Zeit etwas willkürlich, aber solange wir uns dem beugen, wird Google an keine ernstzunehmenden Grenzen stoßen.

Zeit für Newcomer mit Potential…

…, die Goliath die Stirn bieten können. In der jetzigen Situation muss Google nämlich rein gar nichts Befürchten und kann sein Süppchen munter weiter kochen. Allerdings wäre es an der Zeit, dass sich diesbezüglich etwas regt. Nicht unbedingt im Hype-Thema Big Data – möglicherweise auch, aber sicherlich nicht nur. Ein echter Konkurrent für den Suchmaschinenriesen muss her. Dieser könnte möglicherweise im ontologischen Sektor mit intelligenter Umsetzung für semantische Suchanfragen, der Auswertung von Informationen und Analyse von Mustern auftrumpfen und wäre damit ein interessantes Moment, das Google’s Monopolthron ansägen könnte. Um zwei mögliche Kandidaten zu nennen, bei denen ich in diesem Bereich Potential sehe: Zum Einen Wolfram mit der neuen Applikation zur Datenverarbeitung Mathematica 9 (Videolink) und zum Anderen Teradata mit der neuesten Vorstellung ihrer „Aster Big Analytics Appliance“, die laut eigener Beschreibung eine Symbiose aus der Apache Hadoop und Teradata Aster darstellt.

Bislang wurden alle Versuche sich in Googles Marktsegmenten aufzubäumen niedergestreckt. Ob allein durch eine bessere Umsetzung der gleichen Idee durch Google, die die Ausbreitung eines neuen Players am Markt verhinderte oder durch das Aufkaufen der neuen Idee, die dann wiederum in die Google Produkte integriert wurde. Like.com ist an dieser Stelle ein Paradebeispiel dafür, wie Google rigoros vereinnahmt, was gut funktioniert, um es für sich zu nutzen. Vermutlich kommen aber völlig neue Namen und Unternehmen ins Gespräch, die bislang unentdeckt blieben.

Jedenfalls bleibt es spannend und ich freue mich darauf! Oder um es mit den Worten von Karl auszudrücken:
Ich wünsch Dir wilde Zeiten :-)

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Linkbuilding: zwischen Natürlichkeit und Manipulation

Linkbuilding auf dem Grat zwischen Natürlichkeit und Manipulation
– Wie Google darüber denkt

Links sind die Währung im Internet. Das ist die erste und goldenste Regel, die ein angehender SEO lernen, wiederholen und in Fleisch und Blut übergehen lassen muss. Natürlichkeit ist dabei ein zentraler Qualitätsfaktor des Linkprofils, aber nach Panda, Penguin und Co. ist fraglich, welche Art von Linkbuilding überhaupt noch natürlich erscheint und auch so auf Suchmaschinen wirkt. Matt Cutts hat sich in einem Video dazu geäußert, wie Google über bestimmte Arten von Backlinks denkt und diese auf ihre Natürlichkeit hin beurteilt.

Gastartikel, Widgets, Footer und Co – Google schaut nun penibel genau

Nachdem sich Google bezüglich Rankingkriterien generell eher vage in die Karten sehen lässt, kann man Matt Cuts Ausführungen zumindest deutlich entnehmen, dass die Suchmaschine bezüglich Verlinkungen nun besonders hellhörig wird. Im Fokus stehen nicht mehr nur Härtefälle von Link-Spamming und offensichtlich aufgebauten SEO-Seiten zum Linktausch, die auch Nicht-SEOs identifizieren könnten. Es geht viel mehr um die Feinheiten. Wo Widgets durchaus mit viel Hingabe erstellt wurden und über den Code einen ebenso durchaus netten Link generieren konnten, ist Google nun der Meinung, dass Seitenbetreiber damit zu einem Link genötigt werden, den sie unter Umständen ohne Widget nie gesetzt hätten. Damit wird dem Widget-Link die Empfehlungswirkung abgesprochen, gleichermaßen Links aus Footern, die vorimplementiert sind. Dabei geht Google noch weiter und wertet auch Links aus Gastartikeln ab. Hier kann nicht genau beurteilt werden, ob der Link dieser Seite aus Wohlwollen oder monetären Gründen entstanden ist.

Matt Cutts erklärt, das Google Links, die nicht aus Überzeugung einer Person, sondern eher ohne deren tatsächlichen Willen oder durch Vorgabe gesetzt werden nicht zählen oder vertrauen will. Dafür aber gerne denjenigen Links umso mehr, die von Leuten generiert werden, um damit eine eindeutige Empfehlung für die verlinkte Seite auszusprechen. Allerdings dürfte es schwierig werden hier eine Differenzierung anzustellen, solange keine offensichtlichen Indizien dafür erkennbar sind. Wenn der Autor eines Gastartikels nicht auf seine eigene Seite linken darf, die er im Regelfall selbst gut finden sollte, wer darf dann überhaupt noch Links setzen? Das Argument Widget- und Footer-Links werden möglicherweise unwissentlich oder billigend gesetzt, um selbiges zu verwenden, klingt dagegen eingängiger, dennoch aus Sicht der SEOs ärgerlich. Dabei führt Matt Cutts weiter aus, dass es dabei nicht lediglich um den gleichen Wortlaut des Anchor-Textes geht. Wer sonst als die Google Bots sollten gleichen Code besser aufspüren können, um so Widget-Links zu identifizieren. Folglich macht es mehr Mühe als Nutzen auf unterschiedliche Versionen der Widgets mit unterschiedlichen Anchor Texten zurückzugreifen. Solange der restliche Code identisch ist, wird Google früher oder später fündig, um die Links radikal abzuwerten.

Ist Linkbuilding ab sofort per se unnatürlich?

Angesichts der jüngsten Entwicklungen und Matts Ausführungen scheint es darauf hinauszulaufen, dass jede Art von Linkbuilding mit irgendeiner Begründung für unnatürlich gehalten werden kann. Sobald ein Webseitenbetreiber einen Link zu einer anderen Seite setzt, könnte dieser entweder gekauft, getauscht oder anderweitig manipuliert sein und damit negative Folgen für die Seite haben. Google lässt uns im Ungewissen darüber, welche Links als nächstes rausfliegen und schafft damit eine ungeheuer unruhige Stimmung in der Online-Welt. Sogar sauberstes White Hat SEO kann unter Umständen abgestraft werden. Dabei lediglich mit der Anmerkung es wäre unnatürliches Linkbuilding festgestellt worden, woraufhin Seitenbetreiber anfangen mühevoll aufgebaute Links ebenso mühevoll nach schwarzen Schafen zu durchforsten, um daraufhin so viele vermeintliche wie möglich zu reporten und wieder abzubauen. Diese Prozedur muss meist einige Male durchlaufen werden, bis man dem Penguin entkommt und wieder stattliche Rankings verzeichnen kann. Dass dabei sicherlich auch eigentlich gute Links zum Opfer fallen oder Bad Links aufgedeckt werden, die Google nicht auf dem Radar hatte, steht außer Frage. Es dürfte interessant sein, wie viele Webmaster von Angst getrieben vor dem Suchmaschinenriesen blank ziehen, ohne dass dies nötig gewesen wäre. Also lieber etwas sparsamer mit solchen Informationen umgehen.

Was bleiben darf:

Links die letztlich übrig bleiben können – oftmals ist das ein Bruchteil der ursprünglichen Domain-Popularity – zeichnen sich durch durchgängig hohe Qualitätsfaktoren ab. Das Fazit daraus ist, dass ab sofort ausschließlich Links generiert werden dürfen, und damit meine ich wirklich absolut einzig und alleine und ausnahmslos, die sich hundertprozentig auf den ersten Blick erschließen, im engen Kontext der Seitenthematik stehen, deren Ursprungsdomain sich durch Merkmale wie hohe Domain-Popularity in Verbindung mit guter Sichtbarkeit und möglicherweise ordentlichem PageRank auszeichnen und deren Anchor-Text natürlich, sprich nicht zu eintönig keywordlastig gewählt wurde. Unterliegt der Link nicht den oben genannten Kriterien, läuft er durchaus Gefahr in den Google-Filter zu geraten und damit die gesamte Seite zu betreffen. Deshalb prüfe sich, wer sich verlinke.

Die schweren Stunden des Linkaufbaus haben auch Gutes

War der natürliche Aufbau von Links bisher schon eine Königsdisziplin der Suchmaschinenoptimierung, verschärft Google nun mit augenscheinlich willkürlichen Methoden die Bedingungen. Dennoch bleibt die Backlinkstruktur einer Seite ein wichtiger Faktor für gute Rankings. Für uns SEOs bedeutet dies nun mehr Aufwand, um Websites in den SERPs nach oben zu befördern, mehr Ungewissheit, ob demnächst noch mehr Seiten dennoch abgestraft werden. Aber auch, wie wichtig ein breit aufgestelltes Netzwerk und Kommunikationsgeschick sind und dass SEO gefragt ist, wie eh und je. Darüberhinaus richtet sich auch der Fokus wieder mehr auf die Qualität des Seitencontents selbst. Ab sofort muss dieser noch brillanter sein, noch mehr überzeugen, um mögliche Schwächen im Linkprofil durch andere Qualitätsfaktoren auszugleichen und Nutzer vollends zu überzeugen. Viele Nicht-SEOs stellen sich die Frage, was natürliches Linkbuilding nun eigentlich überhaupt ist. Jeder Link, der mit Absicht der Rankingbegünstigung gesetzt wird, ist doch im engeren Sinne unnatürlich, wird berechtigterweise aufgeworfen. Je enger Google die Schlinge für „gute“ Links zieht, desto schwieriger wird es für SEOs weitere passende Linkquellen zu finden, ohne aufzufallen. Desto wichtiger wird es, sich als Websitebetreiber an professionelle Suchmaschinenoptimierer zu wenden.

Letztlich bleiben Links die Währung im Internet und werden diese auch rar, tut das ihrem Wert keinen Abbruch – im Gegenteil. Punkt für die echten SEOs.

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Die Zukunft der Suche im Internet – Wollen wir eine All-in-One-App-Suchmachine?

In einem techcrunch.com Gastartikel von 28. Oktober 2012 mit dem Titel „The Future of search may look more like Yahoo than Google“ macht sich Adrian Aoun Gedanken über die zukünftige Entwicklung der Online-Suche. Yahoo spielt in seinen Ausführungen eine zentrale Rolle und biete laut Aoun schon seit über zehn Jahren das, worauf es letztlich bei der Fülle an Apps und Suchmöglichkeiten zukünftig wieder hinauslaufen würde: eine optimale All-in-one Kombination aus Suchmaschine und integrierten Apps in einem News-Portal, die eierlegende Wollmilchsau der Suche.

Ein interessanter Gedanke, dass dies Yahoo sei, wenn man bedenkt, dass Yahoo beispielsweise im Ranking der deutschen Marktanteile von Suchmaschinen mit 3,9 % auf den vierten Platz verdrängt wurde und einiges aufholen müsste, um Google als Suchmaschine ernsthaft Konkurrenz zu machen – die Differenz liegt bei über 76 %. Wie also kommt Adrian Aoun zu seinem Schluss?

In einer Fülle an verschiedenen Apps, die sich auf die Informationsbeschaffung in spezialisiertem Kontext konzentrieren, wie das Aufspüren von Restaurants in einem bestimmten Umkreis, den Wetterbericht, die neusten Nachrichten oder Shopping Angebote, sehnt sich Aoun zurück zur Einfachheit der Anwendungen in den 90er Jahren. Yahoo gab damals als News-Portal, E-Mail-Dienst, Suchmaschine und mehr den Ton vor und erfüllte alle Bedürfnisse auf einer Seite. Heute stellt schon die Entscheidung der richtigen App zur eigentlichen Frage und anschließend deren Handhabung vor komplexe Aufgaben, die man den Nutzern kaum zumuten könne. Jede App einzeln downloaden, sich registrieren und dann das Programm personalisieren, bis dieses die eigenen Vorlieben kennt, sieht Aoun als untragbare Hürde für die Nutzer. Traut er Ihnen das etwa nicht zu?

„In this world, the AppStore is the new Google“

Diese Aussage ist nur metaphorisch vertretbar, betrachtet man sie im historischen Kontext. Als das Online-Angebot Anfang des 21.Jahrhunderts zu groß wurde, etablierte sich Google & Co., um dem Problem Herr zu werden. Nun haben wir analog dazu die Applikationen, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Wir benötigen also eine zentrale Stelle, über die wir wieder die Übersicht erlangen. Sei es der AppStore oder der Google Play Store, die Aussage macht nun mehr Sinn – in jedem Fall hat Google wieder die Finger im Spiel. Aber ein Ersatz für eine Suchmaschine wie Google, die sich soweit entwickelt hat, dass sie Semantik erkennt, Schreibfehler für uns ausbessert und uns das Kinoprogramm liefert, wenn wir nach einem Film suchen, können diese Umschlagplätze für Applikationen nicht sein. Ganz zu schweigen davon, warum Aoun Apps damit in Verbindung bringt, Google den Thron streitig zu machen. Entweder wir suchen eine Information oder eine App. Eine konkurrierende Verbindung dazu scheint weit hergeholt, insbesondere auch weil Google beides bietet.

Google bleibt on top – Ya(w)hoo cares

Entgegen Aouns Meinung ist Google sicher kein Unternehmen, dass sich auf seinem Erfolg ausruht. Die kontinuierlichen Veränderungen der integrierten Angebote zeigen mehr als deutlich in welchem hohen Maße sich die Suchmaschine weiterentwickelt und dies auch vehement anstrebt. Die Kritik, die Nutzeroberfläche hätte sich seit Jahren nicht verändert, ist eher ein Lob. „Zeitlos“ scheint hier das richtige Wort zu sein, während Yahoo auf den ersten Blick eher als News-Portal auftritt, ganz zu schweigen von den Suchergebnissen, die geliefert werden. Die Suche nach einem italienischen Restaurant liefert vom Standort Passau Lokale aus Berlin und München. Und während der Nutzer jetzt erst eine Applikation starten müsste, die ihm für den eigenen Standort geeignet informiert, erkennt Google bereits bei der Frage, dass lediglich Restaurants in einem angemessenen Umkreis zum Suchenden Sinn machen. Dieser Punkt geht eindeutig an Google.

Der große Vorteil Yahoos liegt für Aoun augenscheinlich darin, von allem ein bisschen etwas zu liefern – aber eigentlich auch nichts richtig ordentlich. Während sich Google vorerst auf ausgetüftelte Algorithmen für bestmögliche Suchergebnisse konzentriert und nebenbei verschiedene Features bietet, konnte Yahoo mit seiner All-in-one-Seitenstrategie nicht überzeugen – was sich nicht zuletzt auch am Marktanteil ablesen lässt. Erwartungsgemäß schwierig wird es Yahoo haben, sich erneut aufzubäumen, um die Zukunft der Suche im Internet zu dominieren. Google kann es sich diesbezüglich durchaus leisten, sich lieber um Konkurrenten wie Facebook zu kümmern. Dies allerdings sicherlich nicht bezüglich der Suchfunktion, damit kann der blaue Internetriese nach wie vor nicht punkten.

Die Zukunft der Online Suche?

Was die Nutzer nun in Zukunft tatsächlich von der Online Suche erwarten bleibt spekulativ. Aber unwahrscheinlich ist, dass es „back to the roots“ gehen wird. Zurück zu einfachen Lösungen auf einer einzigen Seite wie Yahoo, das ist weit hergeholt. Vielmehr wird es eine Kombination sein, hier liegt Aoun sehr richtig. Aber es scheint eher eine personalisierte Kombination aus vielen Einzelkomponenten zu werden, als ein Online-Portal, das alles bietet. Die Suche von Suchmaschinen wird durch verschiedene Apps unterstützt, die sich der Nutzer selbst zusammenstellt. Dabei spielen Apps vor allem für mobile Endgeräte eine Rolle, weniger für den Computer zu Hause. Hier gilt es zu differenzieren. Im weiteren Sinne wird die genutzte Hardware zum persönlichen Assistenten, zur personalisierten Suchmaschine, die für jede Art der Suche passende Software bereithalten. Die Schlacht um die Online Suche im engeren Sinne scheint schon geschlagen. In Zukunft wird sich die Frage der Suche darauf beziehen, mit welchem Device wir suchen. Da wären wir aber wieder bei der Konkurrenzsituation der diesbezüglich eigentlichen großen Player: Google und Apple!

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Markenveränderungen erfordern sehr viel Fingerspitzengefühl

Folgender Artikel ist ein Gastbeitrag von Hans Albu Sanmiguel. Hans hat seit einigen Jahren
eine multidisziplinäre Designagentur in München und ist u.a. auch für das Logo von schoebs & friends verantwortlich. Mehr über die Agentur unter Hans Albu Sanmiguel Visual Concepts.

Am 4.April 1975 von Bill Gates und Paul Allen gegründet, erblickte Microsoft das Licht der Welt und stellt bis heute mit fast 92 % Marktanteil bei Betriebssystemen (Stand Juli 2012) den größten Softwarehersteller weltweit dar.
War es länger still um den milliardenschweren Software-Riesen so schaffte er es diese Tage in aller Munde und auch Köpfe. Nein, es kam kein neues Produkt auf den Markt, sondern sie stellten mal ebenso, gemäß dem Motto „survival of the fittest“, ihr neu designtes Logo vor.

„Die Dynamik des Marktes erfordert klare Fokussierungen sowie Platzierungen und es gilt klar zu entscheiden, mit welcher Idee man welchen Markt dauerhaft dominieren und mitgestalten will. Mehr noch: Man muss diesen Fokus, diese Idee auch in den Köpfen der Kunden positionieren, denn nur und nur dort fällt die Entscheidung, was, wann, wo und wie oft gekauft wird.“ Daher hat MS bereits jetzt, einige Monate vor offizieller Einführung seines neuen Betriebssystems Windows 8 sein neues Logo im Metro UI Style vorgeschickt um es bereits jetzt in den Köpfen zu verankern.

Versuchen wir eine objektive Begutachtung des neuen Logos. Das bisherige rein typografische Logo wurde durch eine farbige Bildmarke erweitert. Diese stellt das altbekannte – jedoch neu interpretierte – Windows Fenster dar. Hier stellt sich dem Betrachter jedoch sicher gleich die Frage, warum Microsoft plötzlich das Symbol eines ihrer Produkte in ihre Dachmarke integriert. Die Erklärung Microsofts hierzu: Es soll den Schwerpunkt und die Wichtigkeit des Produktes Windows verdeutlichen. Leider ist hier anzumerken, dass sich das neue MS Logo mit der Icon-Zugabe in die Linie seiner Produktlogos einreiht und es durch die geringe Differenzierung zu Irrtümern und Verwechslungen kommen könnte.
Der Schriftzug wurde von einem dominanten Schwarz in ein zurückhaltenderes Grau eingefärbt und auch in der Typografie der Microsoft Linie angepasst, indem nun statt der Helvetica die hauseigne Segoe UI verwendet wird. Der letzte Blick zurück in vergangene Zeiten wird lediglich durch der treugebliebenen Ligatur veranschaulicht.
Das Zusammenspiel aus Bildmarke und Schriftzug wirkt harmonisch und steht solide da. Nach dem dynamisch kursiven – fast hastig wirkenden – Vorgänger könnte man meinen, dass Microsoft nun dort angekommen ist, wo sie hin wollten.

Wie der Konzern verlauten lässt, soll die Bildmarke das einheitliche Nutzererlebnis aller MS Produkte veranschaulichen. So offenbaren die vier Quadrate des Fensters das Produktzusammenspiel Microsofts von MS Office, X-Box und dem eigentlichen Fenster-Besitzer Windows. Wofür das letzte in gelb eingefärbte Quadrat steht, darüber lässt sich streiten. Vielleicht Bing?
Was zu einer weiteren Verwunderung führt ist, dass alle kürzlich gerelaunchten Logos der MS Familie in Perspektive dargestellt sind, warum wurde dann bei der Mutter darauf verzichtet? Gehen wir von einem lang überlegten und bewusst gewollten Stilbruch aus.

„Markenveränderungen erfordern […] sehr viel Fingerspitzengefühl, denn jede Änderung muss im Sinne der Marke sein. […] Radikale Veränderungen verunsichern in der Regel die Kunden. Und Verunsicherung ist genau das Gegenteil von dem, was eine Marke sein sollte, nämliche die sichere Entscheidung.“
Was Microsoft angeht, haben sie sich immerhin ein Vierteljahrhundert Zeit genommen um den nächsten Schritt – mal nur vom Logo gesprochen – in Richtung Zukunft zu wagen.
Mit diesem neuen unaufdringlichen aber soliden Markenzeichen wird MS sicherlich wieder einige Jahre im täglichen Überlebenskampf der Marken gefestigt dastehen, und wer weiß ob uns dieses Logo nicht am Ende sogar überlebt. ;-)

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Barockstadt Passau trifft auf digitales Zeitalter

Nach einigen Monaten, in denen sich viele Stimmen, unter anderem hier im Blog, eher kritisch gegenüber der zaghaften Online Marketing Versuche der Stadt Passau geäußert haben,
schafft das Stadtmarketing nun den Sprung ins digitale Zeitalter und ruft eine Fanpage für die Jahresveranstaltung „350 Jahre Barockstadt Passau“ ins Leben.

Am 8.Mai 2012 (bereits gut vier Monate nach dem Beginn der Jahresveranstaltung) gelingt es nun eine zeitgemäße und aktive Facebook-Seite zu erstellen, auf denen Interessierte alle nötigen Informationen zum bereits laufenden barocken Jahresevent einsehen können. Viel Rügen und noch mehr mahnende Zeigefinger musste das Stadtmarketing ertragen, ehe es zur Umsetzung kommen konnte. Aber nun ist sie da, die geforderte Präsenz in der weltweit größten Social Community und so sieht sie aus:

Fanpage Barockstadt Passau

Fanpage Barockstadt Passau

Wie es auf der Internetseite des Barockevents heißt, sollen hier Willkommensgrüße auf verschiedenen Sprachen, eine Übersicht sämtlicher Veranstaltungen im Barockjahr, ständig aktualisierte Neuigkeiten und sogar ein kleines Gewinnspiel zum Start der Facebook-Präsenz Platz finden. Bereits 129 Fans gefällt die erste städtische Facebookseite – zu Recht.

Das Stadtmarketing bietet mit dieser Seite wirklich eine aktive und ansehnliche Präsenz, die Lust auf das Event macht. Passende Fotos untermalen die angepriesenen Veranstaltungen und die Kommunikation über die Seite funktioniert gut. Denn auch wenn sich die ersten Fans der Gruppe mit Kommentaren und „Like“-Bekundungen noch sehr zurückhalten, die Gruppe postet, kommentiert und liked ambitioniert. So beteiligt sich „350 Jahre Barockstadt Passau“ aktiv bei Posts anderer Facebook-Gruppen und kommuniziert regelmäßig mit den eigenen Fans – und das auf Augenhöhe:

Diese Facebook-Präsenz ist ein wichtiger Schritt für das städtische Marketing, um ein Exempel zu statuieren, dass die Vorwürfe vom Jahresanfang nicht mehr zutreffen. Schwerfällig, verstaubt und ohne klare Linie sei das Marketing gewesen, das will man sich nicht mehr nachsagen lassen müssen. Mit der neuen Facebook-Seite befindet sich die Stadt Passau in jedem Fall auf dem richtigen Weg Richtung modernes Marketing.

Und wie steht’s um das Konzept?

Nach so vielen positiven und bestärkenden Worten kann ich aber nicht umhin, auch kritische Gedanken zu äußern. Betrachtet man den Facebook-Auftritt gesondert im Rahmen der Plattform, ist diese Fanpage ein gutes Beispiel, wie man die Umsetzung einer Facebook-Fanpage beginnen sollte. Bezieht man aber mit ein, dass Facebook, wie schon in einem anderen Artikel festgestellt, die Kür sein sollte, fehlt es wieder an einer ganzheitlichen und konsequenten Strategie. Nur so ist erklärbar, warum auf der Internetpräsenz www.barockstadt-passau.de keine Facebook-Anbindungen integriert wurden, weder auf der Homepage, noch bei den einzelnen Artikeln, Fotos oder Veranstaltungsseiten. Der Artikel zur Facebook-Präsenz bietet unerwarteter Weise den einzigen „Gefällt mit“-Button der gesamten Seite an.

Auch auf der städtischen Website passau.de ist es mit der Facebook-Integration nicht weit her, lediglich ein Link in der Meldung zum Start der Barockjahr-Fanpage verweist auf selbige. Auf der Unterseite www.passau.de/Kultur,Sport-Freizeit/350JahreBarockstadtPassau.aspx zum Jahresevent sucht man die Einbindung gänzlich vergebens. Zumindest wurde über den Twitter-Account der Stadt Passau brav auf den Facebook-Auftritt verwiesen:

Die entscheidenden Synergieeffekte der Social Media Aktivitäten werden leider fast gänzlich verschmäht. Da keine stimmige Strategie für die Koordination und das Zusammenspiel von Website und Social Media besteht, kann die Wirkung des sozialen Netzwerks nicht gänzlich ausgeschöpft werden. So reicht es leider nicht aus, eine attraktive Facebook-Fanpage durch zwei engagierte und motivierte Mitarbeiterinnen pflegen zu lassen. Ohne konsequente Anbindung und Integration in bestehende Webauftritte bleibt der wechselseitige Nutzen gering.

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Tourismusmarketing Bayerischer Wald – Spam-Alarm!

Google kämpft gegen Spam, bastelt nebenbei fleißig an der altbewährten Suche und zerlegt Linknetzwerke. Davon völlig ungerührt, existieren im beschaulichen Bayerischen Wald selbsternannte SEOs, die glauben alle andern wären unterbelichtet und scheren sich einen Teufel um den absehbaren Schaden. Weiterlesen

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